Freud: Das Kind im Traum verweist oft auf das eigene innere Kind, auf ungelebte Bedürfnisse, frühe Verletzungen oder eine schutzbedürftige, noch unentfaltete Seite des Selbst. Es kann ebenso den Wunsch nach einem Neubeginn oder nach unschuldiger Lebendigkeit ausdrücken.
Orientalisch: In der orientalischen Tradition gilt ein Kind je nach Stimmung des Traums als Zeichen für Freude und Zuwachs oder aber für Sorgen und kleine, fordernde Verpflichtungen. Ein schönes, lachendes Kind wird meist als gutes Omen und Quelle des Glücks gedeutet.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Traumbuch verheißt ein Kind im Traum bald frohe Botschaft und eine glückliche Wendung im Hause; oft kündigt es eine kleine Überraschung oder einen Brief mit guter Nachricht an. Ein weinendes Kind hingegen gilt im Volksglauben als Warnung vor Verdruss und kleinen Sorgen, die einem ins Haus stehen.
Freud: Eine Menge kann die vielen widerstreitenden Stimmen der eigenen Psyche verkörpern oder den Druck des Kollektivs, in dem das individuelle Begehren zu verschwinden droht. Sich übersehen zu fühlen, deutet oft auf eine tiefe Angst vor Bedeutungslosigkeit oder den Wunsch, endlich erkannt zu werden.
Orientalisch: Traditionell wird eine Menschenmenge oft als Hinweis auf Angelegenheiten gedeutet, die sich verwirren oder schwer überschaubar werden. Eine geordnete, friedliche Versammlung kann hingegen Beistand, Gemeinschaft und Unterstützung verheißen.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Volksglauben deutet eine Menschenmenge im Traum auf Gerede und Klatsch hin, der bald über einen umgehen wird; man möge auf seine Zunge und seinen Ruf achten. Drängt die Menge dicht und lärmend, so kündigt sie nach altem Traumbuch unruhige Tage und Streit unter Nachbarn oder Verwandten an.
Freud: Tiefenpsychologisch verkörpert der verstorbene Angehörige selten den Tod selbst, sondern die fortdauernde innere Beziehung, unverarbeitete Trauer oder ungesagte Worte. Solche Träume können dem Wunsch entspringen, Abschied nachzuholen, Schuld zu lösen oder einen verinnerlichten Ratgeber wieder lebendig werden zu lassen.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Tradition gilt ein Verstorbener, der zufrieden und schön erscheint, als gutes Zeichen für dessen Wohlergehen und als Segen für den Träumenden; oft wird er als Bitte um Gebet und Almosen verstanden. Spricht er oder gibt er etwas, so misst man seinen Worten häufig wahrhaftige, ratgebende Bedeutung bei.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben kommt ein verstorbener Angehöriger im Traum als Bote des Wetters oder der Warnung: Spricht er, so achte auf seine Worte, denn die Alten meinten, die Toten kämen, um vor Gefahr zu warnen oder um Versöhnung zu mahnen. Mancherorts hieß es auch, sein Erscheinen kündige einen Wetterumschwung oder Regen an.
Freud: Tiefenpsychologisch verkörpert der Fremde häufig einen verborgenen, noch unbekannten Teil des eigenen Selbst, einen abgespaltenen Wesenszug oder ein verdrängtes Verlangen. Wie wir ihm begegnen, mit Neugier, Furcht oder Anziehung, verrät, wie wir zu dem stehen, was in uns noch ungelebt und unerkannt ist.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Tradition gilt ein Fremder oft als Bote unerwarteter Nachrichten, neuer Bekanntschaften oder einer bevorstehenden Veränderung; ein freundlicher Fremder verheißt meist Gewinn und gute Kunde. Ein bedrohlicher oder feindseliger Unbekannter hingegen mahnt zur Vorsicht gegenüber verborgenen Widersachern.
Volkstümlich (Traumbuch): Das alte Traumbuch sieht im Fremden den Boten des Unerwarteten: Bald klopft eine Neuigkeit, ein Reisender oder eine ungeahnte Wendung an die Tür. Erscheint der Fremde freundlich, so verheißt er einen glücklichen Zufall, blickt er finster, so mahnt der Volksglaube zur Vorsicht vor falschen Versprechungen.
Freud: Der Feind im Traum verkörpert häufig eine abgelehnte, ins Unbewusste verdrängte Seite des eigenen Selbst, die man im anderen bekämpft. Was wir an ihm fürchten oder hassen, kann ein Spiegel jener Triebe und Eigenschaften sein, die wir uns selbst nicht zugestehen.
Orientalisch: Nach orientalischer Deutung kündigt ein Feind je nach Ausgang des Traums entweder eine drohende Auseinandersetzung oder, wenn man über ihn siegt, den eigenen Triumph und das Ende einer Sorge an. Sich mit einem Feind zu versöhnen, gilt vielfach als Zeichen von Frieden und Erleichterung.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben warnt der Feind im Traum vor einem heimlichen Widersacher oder vor Verleumdung, die im Verborgenen gegen einen gesponnen wird. Besiegt man ihn jedoch, so verheißt das Traumbuch den Sieg über die Sorge und das Verstummen böser Zungen; reicht man ihm gar die Hand, kündigt sich eine unverhoffte Aussöhnung an.
Freud: Das Baby im Traum verkörpert tiefenpsychologisch einen neuen, noch zarten Teil des Selbst, ein keimendes Vorhaben oder den Wunsch nach Unschuld und Neubeginn. Zugleich kann es eigene Bedürftigkeit und Verletzlichkeit spiegeln, die nach Aufmerksamkeit und Fürsorge verlangt.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Traumdeutung gilt ein Baby meist als gutes Zeichen für Freude, Segen und das Ende von Sorgen, mitunter auch für unverhoffte Versorgung. Ein weinendes oder zu tragendes Kind kann jedoch auf eine Last oder Verantwortung hinweisen, die den Träumenden bald erwartet.
Volkstümlich (Traumbuch): Das alte Traumbuch hält ein Baby für ein gutes Zeichen: Es kündigt Glück im Hause, einen Neuanfang oder eine frohe Nachricht an, mancherorts gar Nachwuchs in der Verwandtschaft. Schreit das Kindlein jedoch, so warnt der Volksglaube vor kleinen Sorgen und Mühen, die man eine Weile geduldig tragen muss.
Freud: Die Braut oder Hochzeit kann den Wunsch nach Vereinigung mit einem abgespaltenen Teil des eigenen Selbst spiegeln, ein inneres Zusammenführen von Gegensätzen. Zugleich verweist sie oft auf den ambivalenten Übergang in eine neue Lebensrolle, in der Sehnsucht und Verlustangst dicht beieinanderliegen.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung gilt eine Braut häufig als Zeichen für eine erfreuliche Neuigkeit, Segen oder einen Gewinn, der ins Haus kommt. Je nach Umständen kann eine unbekannte Braut auch für die Welt selbst und ihre verlockenden Angelegenheiten stehen.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Volksglauben gilt die Braut im Traum als Bote der Veränderung: Sie kündigt eine Wende im Leben an, mitunter aber auch Trauer, denn der Volksmund sagt, eine Braut zu sehen weise auf einen Todesfall in der Verwandtschaft. Träumt eine ledige Frau, selbst Braut zu sein, so steht ihr Wandel und Wartezeit bevor; einem Mann verheißt sie eine baldige Botschaft aus der Ferne. Hochzeit im Traum aber, so flüstern die alten Traumbücher, kehrt sich oft ins Gegenteil und kann Streit und Tränen im Haus bedeuten.
Freud: Tiefenpsychologisch verweist der ehemalige Partner selten auf die reale Person, sondern auf einen unerledigten Gefühlsknoten, ein wiederkehrendes Beziehungsmuster oder einen Wesenszug, den man einst auf ihn projizierte. Der Traum kann den Wunsch spiegeln, Vergangenes zu verstehen und einen Teil seiner selbst zurückzugewinnen, statt die alte Liebe selbst.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Traumdeutung deutet ein früherer Geliebter oft auf eine zurückkehrende Angelegenheit, eine alte Sehnsucht oder eine ungelöste Sache hin, die wieder aufkommt. Eine friedliche Begegnung wird meist als Versöhnung und das Ende von Groll gedeutet, ein Streit hingegen als Mahnung, sich von Vergangenem zu lösen.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben bedeutet es, einen ehemaligen Liebsten im Traum zu sehen, daß man bald von ihm hören oder seinen Namen unverhofft genannt finden wird; die Alten sagten, wer von einem Vergangenen träumt, von dem werde eben gesprochen. Erscheint er freundlich, so verheißt das eine versöhnliche Nachricht oder ein altes Versprechen, das sich noch einlöst. Zankt man sich aber im Traum mit ihm, so steht Klatsch und üble Nachrede ins Haus, vor der man sich hüten soll.
Freud: Der Vater im Traum steht tiefenpsychologisch für die verinnerlichte Autorität, das Über-Ich und die Maßstäbe, an denen wir uns messen. Sein Auftauchen kann den Wunsch nach Anerkennung ebenso berühren wie alte Rivalität oder die Sehnsucht nach Schutz und klarer Führung.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Tradition deutet der Vater auf Schutz, Rückhalt und rechtschaffenen Rat hin; ihn freundlich zu sehen verheißt Beistand und das Gelingen von Vorhaben. Ein zürnender Vater hingegen wird oft als Hinweis auf Verfehlungen verstanden, die der Träumende wiedergutmachen sollte.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Traumbuch der Völker steht der Vater als Zeichen für Schutz und festen Rat; ihn lebend und gesund zu sehen, verheißt Beistand in einer schweren Sache und glücklichen Ausgang dessen, was man begonnen hat. Spricht er im Traum, so soll man seine Worte wohl behalten, denn der Volksmund sagt, der Vater warne aus dem Schlaf vor kommendem Unheil. Den verstorbenen Vater zu schauen aber gilt als Vorbote einer Mahnung oder einer Wetteränderung, manche Alte deuteten es auch als Wink auf Regen und Sturm.
Freud: Die Mutter im Traum verkörpert oft die früheste Bindung und die Sehnsucht nach Geborgenheit, kann aber ebenso unbewusste Schuldgefühle oder den Wunsch nach Ablösung spiegeln. Tiefenpsychologisch steht sie für den Ursprung des Gewissens und für jenen inneren Teil, der nährt, behütet, mitunter aber auch zu sehr festhält.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Traumdeutung gilt die Mutter als Zeichen von Segen, Versorgung und der Lösung von Sorgen; sie zu sehen verheißt häufig Trost, Ehre und einen Ausweg aus Bedrängnis. Eine verstorbene Mutter zu erblicken wird oft als Mahnung zum Gebet und als gutes Omen für Barmherzigkeit gedeutet.
Volkstümlich (Traumbuch): Die Mutter im Traum gilt nach altem Volksglauben als ein gutes und tröstliches Zeichen: Sie zu sehen verheißt Heil im Haus, Segen über Herd und Vorrat und das Abwenden einer drohenden Sorge. Reicht sie einem Speise oder Brot, so kommt Glück und Sättigung ins Haus; weint sie aber, so warnen die Alten vor Kummer oder einer schlechten Nachricht. Die verstorbene Mutter zu schauen, sagt der Volksmund, sei ein Segenswunsch aus der anderen Welt und kündige stilles Wohlergehen an.
Freud: Sich nackt in der Öffentlichkeit zu zeigen, spiegelt oft die Angst vor Entblößung wider — die Sorge, durchschaut zu werden und seine wahren Wünsche oder Schwächen nicht länger verbergen zu können. Zugleich kann der Traum eine geheime Sehnsucht nach Echtheit und Befreiung von gesellschaftlichen Masken ausdrücken.
Orientalisch: Nach orientalisch-islamischer Tradition deutet Nacktheit häufig auf das Aufdecken eines verborgenen Makels oder auf den Verlust von Ansehen hin; manche Deuter sehen darin aber auch Aufrichtigkeit und das Ablegen von Heuchelei, mithin eine Rückkehr zur Wahrheit.
Volkstümlich (Traumbuch): Sich im Traum nackt zu sehen, deutet der alte Volksglaube als Vorzeichen von Verlegenheit und übler Nachrede: Ein Geheimnis droht ans Licht zu kommen, oder man wird vor den Leuten beschämt. Manche Traumbücher kehren es jedoch ins Gute und sagen, wer nackt und ohne Scham dasteht, dem stehe Befreiung von einer Last oder gar unerwartetes Glück bevor. Nackt im Freien oder vor Fremden zu sein gilt als Warnung, sich vor Verleumdung und neugierigen Blicken zu hüten.
Freud: Blut steht für die Lebensenergie und das Triebhafte, das im Inneren pulsiert; verlorenes Blut im Traum kann auf das Gefühl deuten, dass einem Kraft, Leidenschaft oder etwas Wesentliches entzogen wird. Manchmal verweist es auf eine seelische Verwundung oder auf verdrängte leidenschaftliche Regungen, die nach Ausdruck verlangen.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung im Geiste Ibn Sirins gilt Blut oft als Hinweis auf unrechtmäßig erworbenes Geld oder auf eine Sünde, von der man sich reinigen sollte; fließt es aus dem Körper, kann es jedoch auch Erleichterung von einer Sorge oder Befreiung von einer Schuld bedeuten.
Volkstümlich (Traumbuch): Blut im Traum gilt im alten Volksglauben als Zeichen der Blutsverwandtschaft und der Bande des Geschlechts: Es zu sehen kündigt oft Nachricht aus der Sippe an, sei es Freud oder Leid. Eigenes Blut zu verlieren bedeutet nach den Alten Verlust an Hab und Gut oder das Schwinden der Kräfte, fremdes Blut hingegen kann auf Streit, eine Wunde der Ehre oder kommendes Gerede deuten. Doch manch altes Traumbuch wendet es ins Gute und verheißt im Blut Gesundheit, langes Leben und unverhofften Gewinn.
Freud: Augen verweisen auf das innere Sehen — auf Erkenntnis, Bewusstheit und die Art, wie der Träumende sich selbst und andere wahrnimmt. Getrübtes oder verlorenes Sehen kann die Furcht ausdrücken, eine Wahrheit nicht erkennen zu wollen oder vor etwas die Augen zu verschließen.
Orientalisch: Nach orientalisch-islamischer Tradition stehen die Augen oft für den Glauben und das Licht der Rechtleitung sowie für die Liebsten eines Menschen; klares Sehen verheißt Wohlergehen, während Erblinden auf Verirrung im Glauben oder den Verlust eines teuren Menschen gedeutet werden kann.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Traumbuch gelten die Augen als Fenster zu denen, die uns wohl- oder übelwollen. Glänzende, helle Augen kündigen treue Freunde und gute Nachricht aus der Ferne an, während trübe oder tränende Augen den Volksdeutern als Vorboten von Neid, Verleumdung und heimlichem Tratsch hinter dem Rücken galten. Wer im Traum mit fremden Augen angestarrt wird, den soll man bald beobachten und beneiden.
Freud: Haare verdichten oft Vorstellungen von Vitalität, Sinnlichkeit und Identität; sie zu schneiden oder zu verlieren kann den Wunsch nach Wandlung ebenso ausdrücken wie die Angst, an Kraft oder Selbstgefühl einzubüßen. Tiefenpsychologisch berührt das Haar libidinöse Energie und das Bild, das wir nach außen tragen wollen.
Orientalisch: In der orientalischen Tradition gelten volle, schöne Haare häufig als Zeichen von Ansehen, Wohlstand und langem Leben, während sie zu verlieren je nach Umständen Sorgen oder Verlust andeuten kann. Das Schneiden der Haare wird oft als Ablegen von Kummer oder als Befreiung von einer Last gedeutet.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben deutet dichtes, langes Haar im Traum auf Glück, Wohlstand und langes Leben, denn die Alten sahen im Haar die Lebenskraft selbst. Verliert man im Traum die Haare, so droht der Überlieferung nach Geldverlust, Sorge oder gar der Tod eines Verwandten; sich freiwillig das Haar schneiden lassen aber kündigt einen klaren Schnitt und ein neues, sorgenfreieres Kapitel an. Graues Haar im Traum verspricht Ehre und Ansehen im Alter.
Freud: Krank zu sein im Traum kann ein Eingeständnis innerer Verletzlichkeit sein — ein Zeichen, dass seelische Bedürfnisse zu lange übergangen wurden und nun Aufmerksamkeit und Fürsorge einfordern. Manchmal verbirgt sich darin auch der heimliche Wunsch, sich der Last des Alltags zu entziehen und umsorgt zu werden.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung wird Krankheit häufig nicht als Unheil, sondern paradox als bevorstehende Genesung, als Nachlassen von Sorgen oder gar als Hinweis auf eine geistige Reinigung verstanden; mitunter mahnt sie auch zu mehr Aufrichtigkeit im Glauben.
Volkstümlich (Traumbuch): Das alte Traumbuch deutet die Krankheit nach der Regel vom Gegenteil: Wer im Traum darniederliegt, dem versprechen die Volksdeuter gerade Gesundheit, langes Leben und ein Aufatmen nach schwerer Zeit. Eine kranke Krankheit zu sehen kann jedoch auch eine Warnung sein, sich vor Zugluft, Streit und schlechtem Umgang zu hüten. Pflegt man im Traum einen Kranken, so naht der Überlieferung nach unverhofftes Glück oder gar eine kleine Erbschaft.
Freud: Fingernägel verbinden sich mit dem Bedürfnis nach Schutz und Selbstbehauptung — sie sind zugleich Waffe und Zierde, Ausdruck dessen, wie man sich nach außen gibt und verteidigt. Brüchige oder abgekaute Nägel können kleine, nagende Sorgen oder eine zurückgehaltene innere Anspannung sichtbar machen.
Orientalisch: Nach orientalisch-islamischer Tradition stehen Nägel oft für Kraft, Lebensunterhalt und die Stärke einer Person; gepflegte Nägel verheißen Wohlstand und gute Ordnung, während das Schneiden der Nägel als Tilgung von Schulden oder als Ablegen von Sünden gedeutet werden kann.
Volkstümlich (Traumbuch): Im Volksglauben galten Finger- und Fußnägel im Traum als Zeichen für Hab und Gut und für den Lohn der eigenen Hände Arbeit. Lange, gepflegte Nägel verheißen Wohlstand und Gewinn, während abgebrochene oder ausgerissene Nägel nach altem Traumbuch Streit, Mühsal und Verlust durch eigene Unachtsamkeit ankündigen. Sich im Traum die Nägel zu schneiden, soll der Überlieferung nach kleine Sorgen abschneiden und Frieden mit den Verwandten bringen.
Freud: Schwangersein im Traum verkörpert oft etwas Heranreifendes im Inneren — ein Vorhaben, eine Idee oder ein neues Selbstgefühl, das im Verborgenen Gestalt annimmt und nach Geburt drängt. Es kann ebenso einen tiefen Schöpfungswunsch wie die Ängste vor Verantwortung und Veränderung berühren.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung gilt Schwangerschaft meist als gutes Omen für wachsenden Wohlstand, ein bewahrtes Geheimnis oder eine Sache, die mit der Zeit zur Reife kommt; bei einer Frau kann sie auf Mehrung von Gut und Sorge zugleich hinweisen.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben ist eine Schwangerschaft im Traum ein froher Vorbote von Zuwachs, Segen und einem Haus voller Fülle. Die Alten deuteten sie als Zeichen, dass bald eine gute Nachricht, ein Gewinn oder ein lang gehütetes Geheimnis ans Licht kommt. Träumt eine Unverheiratete davon, so munkelte das Dorf von einer baldigen Werbung oder Hochzeit; doch heißt es auch, man solle das Geträumte hüten und nicht zu früh ausplaudern, sonst zerredet man das Glück.
Freud: Ausfallende Zähne zählen zu den häufigsten Angstträumen und können ein tiefes Gefühl von Kontrollverlust, Ohnmacht oder die Furcht vor dem Verlust von Kraft und Attraktivität spiegeln. Tiefenpsychologisch berühren sie oft Themen des Älterwerdens, der Scham oder verdrängter Aggression.
Orientalisch: In der klassischen orientalischen Deutung werden die Zähne oft mit Angehörigen und der Lebensdauer in Verbindung gebracht, weshalb ihr Ausfallen je nach Lesart auf Trennung, Verlust oder das Schwinden von etwas Vertrautem hindeuten kann. Manche Deuter sehen darin jedoch auch das Begleichen einer Schuld oder das Ablegen einer Last.
Volkstümlich (Traumbuch): Kaum ein Traum gilt im alten Volksglauben als so unheilvoll wie ausfallende Zähne: Sie wurden als sicherer Todesbote im Verwandtenkreis gedeutet. Fällt ein Zahn mit Blut, so soll ein naher Blutsverwandter sterben, fällt er ohne Blut, ein entfernter oder ein guter Freund. Sanfter gedeutet kündigt das Bild auch Streit, Verlust und schwere Sorgen an, und in manchen Gegenden hieß es schlicht, man werde bald eine bittere Nachricht erhalten.
Freud: Bienen spiegeln oft den Wunsch nach geordneter Zusammenarbeit und den inneren Antrieb, durch Fleiß eine süße Belohnung zu verdienen. Ihr Stechen kann auf verdrängte Ängste oder zurückgehaltene Aggression hindeuten, die im Verborgenen summen.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung gelten Bienen als Zeichen von Segen, Wohlstand und ehrlichem Erwerb, oft auch von einem rechtschaffenen, fleißigen Menschen. Ein Bienenschwarm kann nach der Überlieferung Ibn Sirins versammelte Soldaten oder reichen Gewinn ankündigen.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben künden Bienen im Traum stets von emsigem Treiben und baldigem Gewinn: Wer sie summen sieht, dem stehen Fleiß und ein voller Geldbeutel ins Haus. Ein Schwarm, der sich niederlässt, verheißt Besuch oder eine frohe Botschaft, doch ein Bienenstich warnt vor spitzen Worten und Klatsch im Dorf. Bewahre dein Glück still, sonst stechen die Neider zu.
Freud: Der Vogel verkörpert oft die Sehnsucht der Seele, sich über innere Begrenzungen zu erheben, und kann ein verdrängtes Verlangen nach Freiheit und Selbstentfaltung spiegeln. In der Tiefenpsychologie steht sein Flug zugleich für aufsteigende Gedanken, Wünsche oder eine seelische Aufbruchstimmung, die nach Ausdruck sucht.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Traumdeutung in der Tradition Ibn Sirins gilt der Vogel als Bote: Ein schöner, singender Vogel kündigt gute Nachricht, Reisen oder Ansehen an, während ein gefangener oder kranker Vogel auf gehemmte Pläne deuten kann. Überliefert gilt er häufig auch als Sinnbild des Menschen und seines Geschicks.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Traumbuch gilt der Vogel als Bote: Sieht man ihn fröhlich fliegen oder singen, so kommt bald eine frohe Nachricht oder ein Brief von fern. Setzt sich ein Vogel auf das Dach oder ins Fenster, deutet das nach altem Glauben auf Besuch, doch ein toter oder gefangener Vogel mahnt zu Vorsicht und kündet Kummer an. Hoch fliegende Vögel verheißen Aufstieg, niedrige ein Stillehalten der Pläne.
Freud: Die Katze verkörpert in der Tiefenpsychologie häufig das eigensinnige, unabhängige Weibliche und eine sinnliche, schwer fassbare Seite der Seele. Kratzt oder lauert sie, kann sie verborgenen Groll oder die Furcht vor Hinterlist spiegeln.
Orientalisch: In der orientalischen Deutung gilt die Katze meist als Sinnbild eines diebischen oder verschlagenen Menschen im Haushalt, der hinter freundlicher Miene täuscht. Eine zahme Katze kann dagegen häuslichen Frieden und Behaglichkeit verheißen.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben ist die Katze im Traum ein Zeichen falscher Freunde und heimlicher Ränke: Wer von ihr kratzt oder gebissen wird, dem droht Verrat oder Streit durch eine hinterlistige Person. Eine schwarze Katze, die den Weg kreuzt, gilt seit jeher als übles Omen, doch eine schnurrende, zutrauliche Katze verheißt häuslichen Frieden. Hüte dich vor süßen Worten, hinter denen sich Krallen verbergen.
Freud: Die Kuh berührt in der Tiefenpsychologie das mütterlich-nährende Urbild: das Bedürfnis nach Geborgenheit, Fülle und unbedingter Versorgung. Sie kann ein tiefes Verlangen nach mütterlicher Wärme spiegeln oder die ruhige, fruchtbare Seite des eigenen Wesens, die wachsen lassen will.
Orientalisch: In der Tradition Ibn Sirins gilt die Kuh als Sinnbild eines Jahres: fette, gesunde Kühe verheißen fruchtbare, gesegnete Zeiten und Wohlstand, magere hingegen Knappheit und Mühsal. Eine Milch gebende Kuh deutet auf reichlichen Lebensunterhalt und Segen für Haus und Familie.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Volksglauben verheißt die Kuh im Traum Wohlstand und gesegnete Zeiten: Eine fette, milchgebende Kuh kündet von vollen Vorräten, gutem Auskommen und Frieden im Hause. Sieht man sie friedlich grasen, so wird das Jahr fruchtbar; eine magere oder kranke Kuh aber mahnt vor knappen Tagen und Sorgen. Verfolgt einen die Kuh, so droht eine Last, die man besser beizeiten von sich weist.
Freud: Das Krokodil verkörpert eine kalte, archaische Bedrohung, die regungslos lauert und dann zuschnägt - oft ein Bild für verdrängte Triebe oder einen scheinbar Vertrauten, dem man insgeheim misstraut. Es kann die Furcht vor dem Verschlungenwerden durch übermächtige Gefühle spiegeln.
Orientalisch: In der orientalischen Traumdeutung steht das Krokodil für einen heimtückischen, mächtigen Feind oder einen treulosen Weggefährten, vor dem man sich hüten muss. Wer ihm entkommt, entgeht nach der Überlieferung einer großen Not oder einem hinterlistigen Widersacher.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Aberglauben warnt das Krokodil im Traum vor einem falschen, machtvollen Feind, der lauernd im Verborgenen liegt und im günstigen Augenblick zuschnappt. Sieht man es im trüben Wasser, drohen Heimtücke und Hinterlist von einem, dem man zu sehr vertraut hat. Wer dem Untier entkommt, der entgeht nach altem Glauben einer großen Gefahr und darf aufatmen.
Freud: Der Hund verkörpert in der Tiefenpsychologie oft die treuen, instinkthaften Anteile der eigenen Natur sowie das Bedürfnis nach Loyalität und Nähe. Knurrt oder beißt er, kann er verdrängte Aggression oder eine als bedrohlich erlebte Triebregung spiegeln.
Orientalisch: In der Tradition Ibn Sirins steht der Hund häufig für einen Menschen von geringem Ansehen, einen Diener oder einen aufdringlichen Widersacher. Ein freundlicher Hund kann jedoch einen treuen Beschützer oder Wächter bedeuten.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Volksglauben gilt der Hund im Traum als treuer Freund und Beschützer: Ein freundlicher, schwanzwedelnder Hund verheißt einen verlässlichen Gefährten und Schutz vor Unheil. Hört man ihn jedoch knurren oder bellen, so warnt das vor einem Streit oder einem heimlichen Feind, und ein Biss kündet von Verrat durch einen Vertrauten. Heulende Hunde gelten seit jeher als üble Vorboten und mahnen zur Wachsamkeit.
Freud: Der Fisch, der aus den Tiefen des Wassers auftaucht, gilt der Tiefenpsychologie als Bild für Inhalte des Unbewussten, die ins Bewusstsein steigen wollen. Zugleich kann er fruchtbare schöpferische Kräfte oder ein keimendes Lebensthema symbolisieren, das sich noch im Verborgenen regt.
Orientalisch: In der Tradition Ibn Sirins gilt der Fisch meist als Zeichen von Versorgung und Lebensunterhalt (Rizq): frische Fische verheißen Gewinn, Wohlstand und gesegnetes Auskommen. Ein großer oder reicher Fang kann auf eine glückliche Heirat oder unerwarteten Segen hindeuten, verdorbener Fisch hingegen auf Sorgen.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben bedeutet ein Fisch im Traum, dass bald eine Nachricht oder ein unerwarteter Besuch ins Haus kommt. Zappelt der Fisch lebhaft im klaren Wasser, so kündigt das nahes Glück und eine frohe Botschaft an; ein toter oder fauler Fisch hingegen warnt vor Verdruss und enttäuschter Hoffnung. Wer Fische fangen sieht, dem stehen, so sagen die Alten, gute Tage und ein voller Tisch bevor.
Freud: Das Pferd verkörpert in der Tiefenpsychologie die kraftvolle, oft kaum gezügelte Triebenergie und den Drang nach Freiheit und Aufbruch. Ein durchgehendes Pferd kann eine Leidenschaft spiegeln, die das wache Ich zu überwältigen droht.
Orientalisch: In der Tradition Ibn Sirins verheißt das Pferd, besonders ein edles und gut gezäumtes, Ansehen, Glück und einen Zuwachs an Macht oder Wohlstand. Ein gehorsames Reittier deutet auf Erfolg, der dem Träumenden willig folgt.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Volksbuch gilt das Pferd im Traum als Bote rascher Wendungen: Ein weißer Schimmel verheißt Hochzeit oder eine frohe Reise, ein schwarzer Rappe dagegen mahnt zur Vorsicht und kündigt mitunter ein Begräbnis an. Reitet man flott und sicher dahin, so geht ein Wunsch in Erfüllung und Botschaft naht von fern. Stürzt das Pferd jedoch oder reißt es aus, so warnen die Alten vor einem jähen Umschwung im Glück.
Freud: Der Löwe verkörpert in der Tiefenpsychologie die machtvolle, gebieterische Seite des Selbst und den Mut, doch ebenso die rohe, beherrschende Wut, die das Ich fürchtet. Begegnet man ihm, kann dies die Auseinandersetzung mit einer überlegenen Vater- oder Autoritätsfigur spiegeln.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Traumdeutung steht der Löwe meist für einen mächtigen Herrscher, einen strengen Sultan oder einen furchteinflößenden Feind. Wer ihn bezwingt oder bändigt, soll der Überlieferung nach über einen Mächtigen siegen oder dessen Gunst gewinnen.
Volkstümlich (Traumbuch): Der alte Aberglaube deutet den Löwen im Traum als Begegnung mit einem mächtigen Herrn oder einem hohen Gönner. Naht er friedlich, so darf man auf die Gunst eines Großen und auf Ehre im Dorf hoffen; brüllt er aber zornig, so kündigt das Streit mit einem Stärkeren oder den Neid der Nachbarn an. Wer den Löwen bezwingt, dem wird, so heißt es bei den Alten, ein schwerer Gegner zum Freunde und ein hohes Amt zuteil.
Freud: Die Maus spiegelt in der Tiefenpsychologie oft die kleinen, nagenden Sorgen und unausgesprochenen Ängste, die im Verborgenen am Seelenfrieden zehren. Ihre Scheu kann zudem auf ein zaghaftes, sich klein machendes Selbstgefühl deuten, das sich vor Beachtung zurückzieht.
Orientalisch: In der Tradition Ibn Sirins gilt die Maus häufig als Sinnbild einer Frau von zweifelhaftem Wandel oder eines heimlichen Schädlings im Haus, der unbemerkt vom Hab und Gut zehrt. Viele Mäuse können auf Schäden, Diebstahl oder unredliche Hausgenossen hindeuten, ihre Vertreibung auf Erleichterung.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben kündigt die Maus im Traum kleinen Verdruss und heimliche Diebe im Haus an. Huschen viele Mäuse umher, so munkeln die Alten von Klatsch und falschen Freunden, die hinter dem Rücken nagen und am Wohlstand zehren. Fängt man die Maus aber, so wird man eines lästigen Schädlings ledig und übersteht den kleinen Kummer mit heiler Haut.
Freud: Der Skorpion verkörpert in der Tiefenpsychologie den verborgenen Stachel: verdrängte Feindseligkeit, Groll oder selbstverletzende Impulse, die unter ruhiger Oberfläche lauern. Er kann auch die Angst vor einem hinterhältigen Verrat spiegeln und damit eigenes Misstrauen ins Bild bringen.
Orientalisch: In der Deutung nach Ibn Sirin steht der Skorpion meist für einen verleumderischen Feind oder einen falschen Menschen, der hinter dem Rücken sticht und üble Nachrede verbreitet. Ein Stich verheißt Schaden durch böse Worte; das Töten des Skorpions kündet vom Sieg über einen solchen Widersacher.
Volkstümlich (Traumbuch): Der alte Aberglaube sieht im Skorpion einen falschen Freund, der im Verborgenen lauert und mit giftiger Zunge hinterrücks sticht. Im Traum gilt er als Warnung vor übler Nachrede und heimtückischem Verrat aus dem nächsten Umkreis. Zertritt man ihn jedoch, so heißt es bei den Alten, man werde dem Anschlag entgehen und den heimlichen Feind beizeiten entlarven.
Freud: Die Schlange gilt in der Tiefenpsychologie oft als Bild verdrängter Triebkraft und Sexualität, zugleich aber auch als Wandlung, weil sie ihre Haut abstreift. Sie kann eine verborgene Angst oder einen Konflikt verkörpern, der sich dem Träumenden noch entzieht.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Traumdeutung nach Ibn Sirin steht die Schlange meist für einen verborgenen Feind oder einen Neider im nahen Umfeld. Wer sie tötet, soll der Überlieferung nach über seinen Widersacher die Oberhand gewinnen.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben bedeutet die Schlange im Traum einen heimlichen Feind oder üble Nachrede, die im Stillen umgeht. Beißt sie zu, so warnen die Alten vor Verrat durch einen, dem man vertraut hat; windet sie sich nur lautlos heran, so kündigt das Klatsch und falsche Zungen im nahen Umkreis an. Erschlägt man die Schlange jedoch, so wird man über den Widersacher die Oberhand gewinnen und der Gefahr entrinnen.
Freud: Die Spinne in ihrem Netz spiegelt häufig das Gefühl, in einer verstrickenden Bindung oder einer beherrschenden Beziehung gefangen zu sein. Sie kann zugleich eine ambivalente Mutterfigur verkörpern, die zugleich umsorgt und einengt.
Orientalisch: In der islamischen Traumdeutung gilt die Spinne als Zeichen eines schwachen, frommen oder zurückgezogenen Menschen, manchmal auch eines mühsam gewobenen Planes. Ihr Netz mahnt zur Geduld, denn was fein gesponnen ist, kann auch leicht zerreißen.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben kündigt die Spinne im Traum eine List an, die im Verborgenen gegen dich gesponnen wird, oder das Gerede der Leute hinter deinem Rücken. Sieht man sie am Morgen, so heißt es Kummer, am Abend jedoch verspricht sie unverhofftes Glück und Geld. Tötest du die Spinne, so zerreißt du die Ränke deiner Neider und entgehst dem üblen Klatsch.
Freud: Der Wolf verkörpert in der Tiefenpsychologie oft die ungebändigten Triebkräfte und die archaische Aggression, die der Träumende in sich selbst fürchtet oder verdrängt. Er kann ebenso eine als bedrohlich erlebte Gestalt der Außenwelt spiegeln, in die innere, abgespaltene Impulse projiziert werden.
Orientalisch: In der Traumdeutung nach Ibn Sirin steht der Wolf häufig für einen treulosen, raubgierigen Feind, einen Dieb oder einen ungerechten Mächtigen. Wer einen Wolf bezwingt, überwindet der Überlieferung nach einen Widersacher; wird man von ihm bedrängt, mahnt das Bild zur Vorsicht vor List und Verrat.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Traumbuch der Völker bedeutet der Wolf den hungrigen Feind, der vor der Tür lauert, oder den Dieb, der bei Nacht ums Haus streicht. Hörst du ihn heulen, so naht böse Kunde aus der Ferne; jagt er dich, so hüte dich vor Verleumdung und falschen Freunden. Erlegst du ihn aber, so wendet sich das Glück, und der Winter deiner Sorgen geht vorüber.
Freud: Ein Erdbeben im Traum erschüttert den Boden, auf dem das Ich zu stehen glaubt, und macht eine verdrängte Angst vor dem Verlust von Halt und Ordnung sichtbar. Es kann den Druck lange aufgestauter Triebe oder Konflikte anzeigen, die sich nun mit Gewalt Bahn brechen.
Orientalisch: In der Deutung Ibn Sirins weist ein Erdbeben oft auf Heimsuchung, Furcht oder eine Strafe hin, die ein Land oder seine Bewohner trifft. Begrenzt es sich auf einen Ort, so kann es Unruhe, Machtwechsel oder ein einschneidendes Ereignis für die dort Lebenden bedeuten.
Volkstümlich (Traumbuch): Dem alten Volksomen nach kündet ein Erdbeben im Traum den jähen Umsturz an: ein Haus zerbricht, ein Stand wankt, alte Verhältnisse stürzen über Nacht. Den Mächtigen droht Sturz und Wechsel, dem Hause Streit oder ein Todesfall, dem Land Aufruhr. Steht aber der Boden hernach wieder fest, so heißt es, das Unglück ziehe vorüber und ein Neues baue sich auf.
Freud: Psychologisch verkörpert Feuer die heißen, ungebändigten Triebe der Psyche: Begierde, Leidenschaft und zugleich Zorn, der zu verzehren droht. Sein Lodern kann sowohl schöpferische Energie als auch den Wunsch nach Zerstörung des Alten spiegeln.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung ist Feuer vieldeutig: ein gezähmtes, nützliches Feuer kann Wissen, Wegweisung oder Versorgung bedeuten, während ein um sich greifender Brand auf Streit, Krieg oder strenge Prüfung deutet. Verbrennt es Besitz, warnt es vor Verlust.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben deutet Feuer im Traum je nach seinem Lauf: ein helles, ruhiges Feuer am Herd verheißt Liebe, häuslich Glück und einen warmen Winter, eine lodernde Feuersbrunst aber Zank, Krankheit oder Verlust. Lichterloh brennende Häuser künden in manchen Gegenden gar einen Todesfall in der Sippe. Wer sich am Feuer wärmt, dem steht ein froher Besuch ins Haus, wer sich verbrennt, den treffen Zorn und heißes Wort.
Freud: Die Flut bildet das Überborden des Unbewussten ab - lange zurückgehaltene Gefühle, die alle Dämme der Selbstkontrolle durchbrechen. Sie kann zugleich zerstörerisch und reinigend wirken und einen inneren Umbruch ankündigen, in dem Altes fortgespült wird.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung wird eine Flut häufig als Heimsuchung gesehen: Krieg, Aufruhr, eine schwere Prüfung oder die Strafe eines ungerechten Herrschers. Zieht das Wasser sich friedlich zurück, kann es jedoch das Ende einer Not und den Beginn von Erleichterung verheißen.
Volkstümlich (Traumbuch): Dem alten Volksomen nach kündet die Flut im Traum eine Welle des Unglücks an, die über das Haus hereinbricht: trübes, schlammiges Wasser bringt Sorgen, Krankheit oder Verlust an Gut, klares dagegen reinigt und verspricht nach dem Schrecken Segen. Reißt der Strom dich fort, hüte dich vor Schaden, den andere dir zufügen. Verläuft sich aber das Wasser ruhig im Boden, so heißt es, die schwere Zeit ebbe ab und Friede kehre ein.
Freud: Der Garten ist ein Bild des gepflegten Innenlebens, in dem Wünsche wachsen, beschnitten und behütet werden; nicht selten trägt er auch deutlich erotische Züge des begehrten Leibes. Sein Zustand – blühend oder verwildert – spiegelt, wie sehr die Seele ihre eigenen Regungen umsorgt oder vernachlässigt.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung steht der Garten für Glück, Frömmigkeit und die Verheißung des Paradieses; ein grüner, fruchttragender Garten kündigt Wohlstand, Nachkommenschaft oder eine fromme Gefährtin an. Ein verdorrter oder vernachlässigter Garten dagegen mahnt an Nachlässigkeit in Glauben oder Lebensführung.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben ist ein Garten im Traum ein Spiegel deines Glücks: blüht er grün und voller Früchte, so verheißt er Wohlstand, frohe Liebe und ein gesegnetes Heim. Ein verwilderter, dürrer Garten aber kündet Armut, Vernachlässigung und einsame Tage an. Wer im Traum darin lustwandelt, dem stehen heitere Stunden bevor; wer Beete pflegt und sät, dem wächst, was er säet, redlich heran.
Freud: Tiefenpsychologisch verkörpert der Mond das Verborgene und Empfangende der Seele: Intuition, Träume und das wechselnde Gefühlsleben in seinen Phasen. Häufig spiegelt er das mütterlich-weibliche Prinzip im Inneren und die nächtliche Welt des Unbewussten.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung gilt der volle, strahlende Mond als gutes Omen für eine angesehene Persönlichkeit, Schönheit, Führung oder frohe Botschaft. Ein verfinsterter oder fallender Mond kann dagegen auf Kummer, Niedergang oder das Schwinden einer hohen Stellung deuten.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben kündet ein heller Vollmond im Traum baldige Neuigkeiten und eine glückliche Wendung in Herzensdingen an; manche Großmutter sah darin gar eine bevorstehende Hochzeit. Ein abnehmender oder von Wolken verschleierter Mond aber gilt als Warnung vor falschen Freunden und heimlichem Gerede hinter dem Rücken. Träumt eine Magd vom Mond, soll sie bald einen Brief aus der Ferne empfangen.
Freud: Psychologisch verkörpert der Berg eine große innere Herausforderung oder ein hochgestecktes Ziel, das der Träumende zu erklimmen sucht. Sein Gipfel kann das ersehnte Ideal spiegeln, sein steiler Hang die Mühe und den Widerstand des eigenen Strebens.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Traumdeutung steht der Berg oft für einen mächtigen Menschen, eine Autorität oder ein hohes, schwer erreichbares Vorhaben. Den Berg zu besteigen verheißt das Erlangen von Rang oder Bedürfnis, das Abstürzen hingegen Rückschlag oder Verlust an Ansehen.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Traumbuch des Volkes verheißt ein Berg, den man im Traum erklimmt, dass eine schwere Sache nach langem Mühen doch noch zum Guten ausgeht und Ehre einbringt. Steht der Berg aber drohend und unbesteigbar vor einem, so kündet er ein Hindernis an, das den Weg verstellt, oder einen mächtigen Widersacher. Vom Gipfel hinabzusehen gilt als Zeichen, dass man Neider unter sich lässt und bald über sie triumphiert.
Freud: Tiefenpsychologisch steht Regen oft für zurückgehaltene Tränen und Gefühle, die endlich aus dem Unbewussten an die Oberfläche drängen. Sanfter Regen kann eine innere Entlastung und das Loslassen aufgestauter Spannung spiegeln.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Traumdeutung (nach Ibn Sirin) gilt sanfter, rechtzeitiger Regen als Zeichen von Barmherzigkeit, Segen und Erleichterung nach Not. Ein zerstörerischer oder unerwarteter Sturzregen hingegen kann auf Prüfung oder Sorge hindeuten.
Volkstümlich (Traumbuch): Der alte Volksmund deutet sanften Regen im Traum als sicheres Zeichen für Segen, eine gute Ernte und Geld, das bald ins Haus kommt. Fällt der Regen mild auf den Träumenden, so wäscht er Kummer und Streit hinweg und bringt Versöhnung. Ein wilder Platzregen mit Sturm aber warnt vor Zank, vergossenen Tränen und einer Reise, die man besser verschiebt.
Freud: Der Fluss versinnbildlicht den fortwährenden Strom des Lebens, der Zeit und der eigenen Triebenergie, die unaufhaltsam einem Ziel zustrebt. Ein reißender Fluss kann Angst vor Kontrollverlust spiegeln, ein sanfter das Vertrauen, sich dem Lauf der eigenen Gefühle hinzugeben.
Orientalisch: In der islamischen Traumdeutung gilt ein Fluss klaren Wassers als Quelle von Segen, Lebensunterhalt und dem Wohlwollen eines großzügigen Menschen oder Würdenträgers. Ein trüber oder reißender Fluss hingegen warnt vor Sorgen, Streit oder ungerechtem Verdienst.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Aberglauben verheißt ein klarer, ruhig fließender Fluss im Traum ein langes, gesegnetes Leben und Wohlstand, der gemächlich, doch stetig zufließt. Wer wohlbehalten ans andere Ufer gelangt, dem steht eine glückliche Wendung und das Überwinden einer Sorge bevor. Ein trübes, reißendes oder über die Ufer tretendes Wasser aber warnt vor Verlust, falschem Gerede und Tränen, die noch kommen werden.
Freud: Das weite Meer ist ein Urbild des kollektiven und persönlichen Unbewussten - unermesslich, wechselhaft und voller verborgener Tiefen. Eine ruhige See spiegelt seelisches Gleichgewicht, ein stürmisches die Wucht aufgewühlter, kaum beherrschbarer Affekte.
Orientalisch: In der orientalischen Deutung steht das Meer oft für einen mächtigen Herrscher, eine große Autorität oder eine gewaltige Lebensaufgabe. Ruhig und durchquerbar verheißt es Erfolg und Gewinn, aufgewühlt warnt es vor Gefahr durch Mächtige oder vor schwerer Prüfung.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Volksglauben gilt ein weites, stilles Meer im Traum als Verheißung großen Glücks, das von weit her kommt, und einer Reise, die Gewinn bringt. Ruhige Wellen bedeuten ungetrübten Frieden im Haus und treue Liebe. Tobt die See jedoch mit hohem Wellengang, so kündet sie schwere Sorgen, eine ungewisse Nachricht über See und unruhige Zeiten an, in denen man festen Halt suchen muss.
Freud: Schnee deutet oft auf erstarrte oder kühl gehaltene Gefühle hin, eine Decke aus Weiß, unter der heiße Regungen verborgen liegen. Zugleich kann die makellose Fläche den Wunsch nach Reinheit und einem unbeschriebenen Neuanfang spiegeln.
Orientalisch: Nach der orientalischen Traumdeutung gilt Schnee zur rechten Zeit und am rechten Ort als Segen, Linderung und reichlicher Versorgung. Fällt er jedoch außerhalb seiner Jahreszeit oder im Übermaß, so kann er Sorgen, Krankheit oder Hemmnisse im Vorhaben ankündigen.
Volkstümlich (Traumbuch): Der alte Volksmund sieht frisch gefallenen, glitzernden Schnee im Traum als gutes Omen für reichen Segen, eine gute Ernte und unverhofftes Geld. Über reinen weißen Schnee zu gehen verheißt, dass eine Sache makellos und ehrenvoll ausgeht und alter Groll vergeben wird. Schmutziger, tauender oder im Sturm wirbelnder Schnee aber warnt vor Verzögerung, kalten Worten unter Freunden und einer Krankheit, die ins Haus schleicht.
Freud: Sterne verkörpern oft ferne, idealisierte Ziele und Sehnsüchte, die hoch über dem Alltag des Ichs schweben und kaum erreichbar scheinen. Sie können auf hochgesteckte Ideale, verklärte Vorbilder oder den Wunsch verweisen, im Dunkel Orientierung und Hoffnung zu finden.
Orientalisch: In der Tradition Ibn Sirins können Sterne für angesehene Menschen, Gelehrte oder die Großen eines Volkes stehen; helle, ruhig leuchtende Sterne verheißen Führung, Ehre und gutes Geleit. Fallende oder erlöschende Sterne hingegen werden als Verlust bedeutender Personen oder als Niedergang von Rang gedeutet.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben sind Sterne im Traum Boten des Glücks: hell und klar funkelnd künden sie eine gute Wendung, eine baldige Hochzeit oder erfüllte Wünsche an. Fällt ein Stern, so heißt es im Traumbuch, werde irgendwo ein Mensch geboren oder sterben; viele Sterne über dem Haus versprechen Kindersegen und reiche Ernte. Verlöschen sie aber im Nebel, mahnt das alte Orakel zu Geduld, denn das Glück lässt noch auf sich warten.
Freud: Ein Sturm im Traum spiegelt häufig aufgewühlte Affekte und einen inneren Konflikt, der mit voller Wucht ins Bewusstsein bricht. Sein Toben kann die Angst vor einer Veränderung ausdrücken, die das gewohnte seelische Gleichgewicht erschüttert.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Traumdeutung kündet ein heftiger Sturm meist Unruhe, Furcht oder eine vorüberziehende Heimsuchung an, deren Stärke vom Ausmaß des Windes abhängt. Legt er sich rasch wieder, deutet dies auf eine Krise, die bald vergeht.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Traumbuch gilt der Sturm als Vorbote von Streit und jähem Unfrieden, der ins Haus zieht: heftiger Wind kündet Zank in der Familie oder böses Gerede der Nachbarn an. Reißt er Dächer und Bäume um, so droht ein Verlust oder eine Nachricht, die alles durcheinanderwirft. Legt sich das Wetter aber, sagt der Volksmund, so werde nach dem Streit bald wieder Versöhnung und Ruhe einkehren.
Freud: Die Sonne im Traum kann die Vaterfigur oder eine innere Autorität verkörpern, an der sich das Ich zugleich wärmt und reibt. Ihr Aufgehen spiegelt oft den Wunsch nach Anerkennung und das Erwachen einer schöpferischen Lebenskraft, die lange im Verborgenen lag.
Orientalisch: In der Tradition Ibn Sirins gilt die Sonne als Sinnbild des Herrschers, des Vaters oder einer angesehenen Person; eine klare, milde Sonne verheißt Macht, Gerechtigkeit und gutes Geschick. Eine verfinsterte oder brennend heiße Sonne hingegen warnt vor Bedrängnis durch die Obrigkeit oder vor schwindendem Ansehen.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach dem alten Volksglauben ist die Sonne im Traum eines der schönsten Zeichen: hell und golden aufgehend verheißt sie Glück im Hause, gute Geschäfte und Genesung für die Kranken. Wer sie strahlend sieht, dem stehen, so das Traumbuch, frohe Tage und die Gunst angesehener Leute bevor. Verdunkelt sie sich aber hinter Wolken oder geht sie blutrot unter, so warnt das alte Orakel vor Kummer, Krankheit oder dem Verlust eines Beschützers.
Freud: Der Baum gilt tiefenpsychologisch als Sinnbild des wachsenden Selbst, mit Wurzeln in der Herkunft und einer Krone, die nach Reife strebt. Sein Zustand kann das eigene Lebensgefühl spiegeln: blühend und kräftig oder verdorrt und erschöpft.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung steht ein grüner, fruchttragender Baum für einen guten Menschen, Nachkommen, langes Leben oder Wohlstand, je nach Art und Früchten. Ein verdorrter oder gefällter Baum kann auf Niedergang, Krankheit oder das Ende einer Sache deuten.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Traumbuch ist der grüne, voll belaubte Baum ein Zeichen für ein langes Leben, festen Wohlstand und Glück, das tiefe Wurzeln in der Familie schlägt. Trägt er Früchte oder Blüten, so verheißt er Kindersegen, eine Heirat oder eine reiche Ernte. Sieht man ihn aber gefällt, kahl oder vom Blitz getroffen, so warnt der Volksglaube vor dem Tod eines Verwandten oder vor schwerem Verlust im Hause.
Freud: Wasser gilt als eines der dichtesten Sinnbilder des Unbewussten und des Gefühlslebens: klares Wasser deutet auf seelische Klarheit, trübes auf verdrängte oder ungeklärte Regungen. Tiefenpsychologisch berührt es häufig Geburt, Mutterleib und das Strömen des eigenen Begehrens.
Orientalisch: In der islamischen Traumdeutung ist reines, süßes Wasser ein starkes Zeichen für Leben, Segen, Wissen und rechtmäßigen Erwerb. Trübes oder salziges Wasser hingegen wird als Sorge, Krankheit oder unredlicher Gewinn gedeutet.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben deutet klares, fließendes Wasser im Traum auf Glück, Gesundheit und einen guten Verlauf der Dinge hin; aus einer reinen Quelle zu trinken verheißt frohe Botschaft und Segen im Hause. Trübes, schmutziges oder reißendes Wasser dagegen mahnt vor Verdruss, Tränen oder einer falschen Nachricht. Überschwemmung oder Hochwasser, so das Traumbuch, kündet von Sorgen, die über einen hereinbrechen, oder von Geld, das ins Haus oder aus dem Haus strömt.
Freud: Der geträumte Unfall spiegelt oft die unbewusste Angst vor einem Kontrollverlust oder vor den Folgen eines verdrängten Fehltritts wider. Er kann zugleich einen heimlichen Wunsch nach einem plötzlichen Bruch ausdrücken, der den Träumenden von einer Last oder Verantwortung befreien würde.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Traumdeutung gilt ein Unfall häufig als Warnung vor Unachtsamkeit auf dem eigenen Weg und mahnt, vorschnelle Entscheidungen zu meiden. Übersteht man ihn im Traum unverletzt, deutet dies traditionell auf eine glücklich abgewendete Gefahr und Schutz vor drohendem Schaden hin.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Volkstraumbuch gilt ein Unfall als Warnzeichen, das den Träumer zur Vorsicht auf seinen Wegen mahnt: Reisen, eilige Geschäfte und leichtsinnige Versprechen soll man danach lieber meiden. Sieht man einen anderen verunglücken, so kündet das oft von einer schlechten Nachricht oder dem Missgeschick eines Bekannten. Bleibt man im Traum aber unverletzt, sagt der Volksmund, so werde eine drohende Gefahr glimpflich an einem vorübergehen.
Freud: Verfolgt zu werden zeigt meist, dass der Träumende vor etwas davonläuft, das in ihm selbst wohnt: eine Angst, ein Trieb oder ein ungelöster Konflikt. Der Verfolger ist oft ein abgespaltener Teil des Ichs, den man nicht ansehen will und der gerade deshalb nachsetzt.
Orientalisch: In der traditionellen Deutung deutet eine Verfolgung auf einen Feind, eine Sorge oder eine Bedrängnis im Wachleben hin. Gelingt die Flucht oder wendet man sich um, gilt das vielen als Zeichen, dass man Schaden abwehrt und die Oberhand behält.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Volkstraumbuch gilt das Verfolgtwerden als Vorbote von übler Nachrede: Hinter deinem Rücken wird getuschelt, und ein heimlicher Widersacher sinnt auf Schaden. Wer im Traum entkommt, dem sagt die alte Deutung, er werde der Falle und dem Gerede heil entgehen. Wird man aber eingeholt, so rät der Volksmund, in den nächsten Tagen wachsam zu sein und keinem glatten Schmeichler zu trauen.
Freud: Der Friedhof im Traum ist die Landschaft des Vergangenen: Hier ruht, was wir begraben, verdrängt oder nie betrauert haben. Ein Grab kann den Wunsch zeigen, sich endlich mit alten Erinnerungen oder einem stillgelegten Teil des Selbst auseinanderzusetzen.
Orientalisch: Traditionell mahnt der Friedhof zur Besinnung auf die Vergänglichkeit und ruft zu Gebet und gutem Handeln auf. Ein Grab zu besuchen gilt vielfach als Zeichen für Ermahnung, aber auch für Trost und die Verbindung zu denen, die vorausgingen.
Volkstümlich (Traumbuch): Der Volksglaube hält den Friedhof im Traum nicht für ein Unglückszeichen, sondern für eine stille Botschaft aus der Ferne: bald komme Nachricht von einem, der lange schwieg, oder ein altes Band werde wieder geknüpft. Über Gräbern zu wandeln, bedeutet nach alter Deutung, dass eine Sorge zur Ruhe kommt wie ein Toter ins Grab. Manche Großmütter sagten gar, ein blühender Friedhof künde von einer Hochzeit oder Geburt im weiteren Kreis.
Freud: Der Tod im Traum meint selten das buchstäbliche Sterben, sondern das Ende eines Lebensabschnitts, einer Rolle oder eines überholten Selbstbildes, das abgelegt werden will. Mitunter verbirgt sich darin auch ein ambivalenter Wunsch gegenüber einer nahestehenden Person, den das wache Ich sich nicht einzugestehen vermag.
Orientalisch: In der Deutung Ibn Sirins wird der Tod häufig nicht als Unglück, sondern als Wandel gelesen: Wer im Traum stirbt und wieder zum Leben erwacht, dem werden langes Leben, Reue und Besserung verheißen. Das eigene stille Sterben kann auf eine bevorstehende Heirat, eine Reise oder eine grundlegende Wende im Leben deuten.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben verkehrt sich der Tod im Traum ins Gegenteil: Wer den Tod sieht, dem stehen langes Leben und gute Gesundheit bevor, denn der Traum lügt, wie die Alten sagten. Den eigenen Tod zu träumen gilt als Zeichen, dass sich das Glück wendet und eine schwere Zeit zu Ende geht. Sieht man einen anderen sterben, so heißt es im Volksmund, jenem werde es bald besser ergehen.
Freud: Ertrinken steht häufig dafür, von Gefühlen überflutet zu werden, die das Wachbewusstsein nicht mehr fassen kann. Das Wasser symbolisiert das Unbewusste selbst, und der Traum kann die Angst zeigen, in verdrängten Emotionen oder Abhängigkeiten zu versinken.
Orientalisch: In der orientalischen Tabir wird Ertrinken oft als Versinken in weltlichen Sorgen, Schulden oder Verfehlungen gelesen. Wer jedoch gerettet wird oder das Ufer erreicht, dem deuten viele Hoffnung auf Erlösung aus Not und Vergebung an.
Volkstümlich (Traumbuch): Im Volkstraumbuch warnt das Ertrinken vor einer Flut von Sorgen oder vor einem Geldverlust, der einen zu überspülen droht. Doch ans Ufer zu gelangen oder gerettet zu werden, gilt den Alten als sicheres Zeichen, dass man der Not entkommt und festen Boden zurückgewinnt. Klares Wasser mildert das Omen, trübes und schwarzes Wasser aber rät zur Vorsicht bei Geschäften und falschen Freunden.
Freud: Der Sturz im Traum drückt oft das Gefühl aus, die Kontrolle zu verlieren oder den Halt im Wachleben nicht mehr zu spüren. Tiefenpsychologisch kann er einen verdrängten Wunsch nach Loslassen verbergen, der zugleich als Angst vor dem eigenen Nachgeben erlebt wird.
Orientalisch: In der orientalischen Tabir wird das Fallen häufig als Hinweis auf einen Rückschlag in Stellung, Ansehen oder Vorhaben gedeutet. Aus großer Höhe ohne Schaden zu landen gilt jedoch manchen als gutes Omen, dass man eine Gefahr unversehrt übersteht.
Volkstümlich (Traumbuch): Der Volksmund deutet das Fallen im Traum als Warnung vor einem Sturz im Leben: Hochmut oder ein zu kühnes Wagnis könnten dich Ansehen oder Stand kosten. Wer aber unverletzt aufkommt, dem verspricht die alte Deutung, dass er einen Rückschlag glücklich übersteht. Manche Alten sagten zudem, ein Fallen mit jähem Auffahren bedeute nur, dass der Körper im Schlaf wächst oder zur Ruhe findet.
Freud: Eine Beerdigung im Traum spiegelt selten echten Tod, sondern den Wunsch, einen Lebensabschnitt, eine alte Rolle oder eine Bindung loszulassen. Sie kann verdrängte Trauer ans Licht holen und dem Unbewussten erlauben, einen inneren Abschied endlich zu vollziehen.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung gilt eine Beerdigung oft als Zeichen für Reue, einen Neuanfang oder die Befreiung von einer Last. Manche Deuter lesen sie als Hinweis, dass ein Kummer bald begraben und durch Ruhe ersetzt wird.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Volkstraumbuch gilt eine Beerdigung als verkehrtes Zeichen, das Glück bringt: Oft kündet sie von einer baldigen Hochzeit oder einem freudigen Fest in der Verwandtschaft. Eine fremde Beisetzung zu sehen bedeutet nach alter Deutung, dass eine Last von dir abfällt und eine Sorge zu Grabe getragen wird. Manche sagten gar, wer im Traum einem Sarg folgt, dem folge bald ein unerwarteter Gewinn oder eine Erbschaft.
Freud: Das Gefängnis im Traum verkörpert meist das Gefühl, von eigenen Hemmungen, Schuldgefühlen oder gesellschaftlichen Zwängen eingeschlossen zu sein. Tiefenpsychologisch kann es die selbst auferlegten Mauern darstellen, hinter denen ein verdrängter Wunsch oder ein ungelebter Teil des Ichs gefangen liegt.
Orientalisch: In der traditionellen islamischen Deutung steht das Gefängnis oft für Prüfung, Krankheit oder eine bedrückende Lebenslage, die den Menschen einengt. Manche Ausleger sehen darin jedoch auch einen Schutzort, der vor Sünde und schädlichem Tun bewahrt, sodass die Entlassung baldige Erleichterung und Befreiung verheißt.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben ist das Gefängnis im Traum kein gutes Vorzeichen, sondern kündet von einer baldigen Verleumdung: Böse Zungen werden über dich reden, und du wirst dich rechtfertigen müssen. Doch sagen die alten Traumbücher auch, wer sich im Traum hinter Gittern sieht, der wird wider Erwarten in Freiheit bleiben, denn der Traum kehrt das Geschick oft um. Wer hingegen einen anderen eingesperrt erblickt, dem steht eine Last von den Schultern zu fallen.
Freud: Der Schlangenbiss wird in der Tiefenpsychologie häufig als plötzlicher Durchbruch verdrängter Triebkräfte oder einer verletzenden Begegnung gedeutet, die das Ich unvorbereitet trifft. Die Schlange selbst trägt eine doppelte Ladung aus Verführung und Bedrohung, sodass der Biss zugleich Angst und unterdrücktes Begehren berühren kann.
Orientalisch: In der Tradition Ibn Sirins gilt die Schlange oft als verborgener Feind, und ihr Biss warnt vor Verrat oder Schaden durch jemanden im näheren Umfeld. Je nach Heftigkeit des Bisses deuten manche Ausleger das Ausmaß der drohenden Feindschaft, während ein überstandener Biss auf einen abgewehrten Angriff hinweisen kann.
Volkstümlich (Traumbuch): Die alten Traumbücher des Volkes deuten den Schlangenbiss als sicheres Zeichen für heimliche Feindschaft und üble Nachrede: Ein falscher Freund sinnt im Stillen gegen dich, und schon bald wird Klatsch dein Haus erreichen. Wo die Schlange zubeißt, dort, so heißt es, lauert der Verrat. Doch raunen die Großmütter auch, wer im Traum die Natter tötet, der wird den Widersacher überwinden und gestärkt aus dem Streit hervorgehen.
Freud: Krieg im Traum ist meist die Bühne eines inneren Konflikts: widerstreitende Wünsche, Pflicht gegen Begehren, Über-Ich gegen Trieb. Das Schlachtfeld macht sichtbar, wie viel Spannung und Aggression der Träumende im Wachleben zurückhält.
Orientalisch: Traditionell kann Krieg im Traum auf Zwist, Teuerung oder Unruhe in der Umgebung hindeuten, je nach Ausgang der Schlacht. Wer siegreich oder unversehrt bleibt, dem deuten viele den Sieg über Widersacher und ein Ende der Zwietracht an.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Volksglauben gilt der Krieg im Traum als düsteres Vorzeichen für Zwietracht und Unfrieden: Streit zieht ins Haus, Nachbarn entzweien sich, und in der weiten Welt brauen sich harte Zeiten zusammen. Die Großeltern sagten, ein Traum von Schlacht und Waffen künde von teuren Jahren und schwerem Gerede im Dorf. Doch wer im Traum unversehrt vom Felde heimkehrt, dem versprechen die alten Bücher, dass aller Hader sich am Ende zu seinen Gunsten löst.
Freud: Der Prüfungstraum gilt der Tiefenpsychologie als klassischer Ausdruck von Versagensangst und strengem innerem Über-Ich, das ständig urteilt und bewertet. Auffällig ist, dass man oft gerade über schon längst Bestandenes träumt – als Selbstberuhigung, dass auch die jetzige Sorge zu meistern ist.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Tradition wird eine Prüfung als Sinnbild einer Lebensprobe oder Erprobung des Glaubens und Charakters gedeutet. Besteht man sie, kündigt sich Erfolg und ein erhöhter Rang an; fällt man durch, mahnt der Traum zu mehr Vorbereitung und Aufrichtigkeit.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach den alten Traumbüchern ist die Prüfung im Schlaf ein Vorzeichen kommender Bewährung: Das Leben stellt dich bald vor eine Aufgabe, bei der man dich beobachtet und beurteilt. Bestehst du im Traum, so verheißen die alten Leute Glück bei einer wichtigen Sache und das Wohlwollen der Höhergestellten. Fällst du aber durch, so mahnt dich der Traum, dich besser vorzusehen, ehe du dich auf ein Wagnis einlässt.
Freud: Der verpasste Zug oder das Zuspätkommen spiegelt häufig die innere Angst, etwas Wesentliches im Leben zu versäumen, oder einen verdrängten Wunsch, einer Verpflichtung gerade nicht nachzukommen. Die Hetze im Traum kann den Druck eines überforderten Ich verkörpern, das zwischen eigenem Begehren und äußeren Erwartungen zerrissen ist.
Orientalisch: In der morgenländischen Deutung mahnt das Zuspätkommen zur Wachsamkeit: eine günstige Gelegenheit oder gute Tat könnte vorübergehen, wenn man zögert. Es gilt als Wink, Aufschub und Trägheit abzulegen und das Rechte zur rechten Zeit zu tun.
Volkstümlich (Traumbuch): Die alten Leute deuteten das Zuspätkommen im Traum als Warnung des Schicksals: Eine Gelegenheit, die nur einmal anklopft, droht dir zu entgleiten, wenn du säumig bleibst. Verpasst du im Traum die Kutsche, den Zug oder die Stunde, so heißt es, dass dir im Wachen ein Glück durch die Finger rinnt, wenn du nicht beizeiten zugreifst. Doch ist der Traum auch gnädig: Er kommt als Mahnung, ehe das Versäumnis wirklich geschieht.
Freud: Das Steigen auf der Treppe gilt der Tiefenpsychologie als Sinnbild des inneren Aufstiegs: Ehrgeiz, Lust am Vorankommen und der Wunsch, eine höhere Stufe des Selbst zu erreichen. Klassisch wird der rhythmische Auf- und Abgang zugleich als verschlüsselter Ausdruck körperlicher Erregung und ungelebter Begierde gedeutet.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Traumdeutung gilt das mühelose Erklimmen einer Treppe als gutes Omen für Aufstieg in Rang, Ansehen und Glauben. Strauchelt oder fällt man jedoch, so warnt der Traum vor Rückschlägen oder Hochmut, der zu Fall gebracht werden muss.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben verheißt das Treppensteigen im Traum ein Steigen auch im Leben: Schritt für Schritt führt dich das Geschick aufwärts zu Ansehen, Wohlstand und besseren Tagen. Je höher du im Traum gelangst, so sagen die alten Bücher, desto reicher der Segen, der dir winkt. Strauchelst du aber auf der Stufe oder stürzt hinab, so warnt der Traum vor einem Rückschlag und rät, mit beiden Füßen auf dem Boden zu bleiben.
Freud: Das Weinen im Traum wirkt tiefenpsychologisch als Ventil: Es lässt zurückgehaltene Trauer, Schuld oder lang gestaute Anspannung an die Oberfläche treten, die das wache Ich sich tagsüber versagt. Die Tränen können einen Wunsch nach Trost und Zuwendung bergen, der unbewusst geblieben ist.
Orientalisch: In der Tradition Ibn Sirins gilt stilles Weinen ohne Klagelaute oft als Vorbote von Trost, Erleichterung und kommender Freude. Lautes Wehklagen und Jammern hingegen werden traditionell als Warnung vor Kummer oder Unheil gedeutet.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Traumbuch verkehren sich die Tränen ins Gegenteil: Wer im Schlummer weint, dem steht im Wachen oft unverhofftes Glück oder eine frohe Botschaft bevor. Doch wer im Traum laut schluchzen hört, ohne selbst zu weinen, der hüte sich vor üblem Klatsch und Geschwätz der Nachbarn. Fließen die Tränen still im Dunkeln, so verheißen sie eine Versöhnung nach langem Zwist.
Freud: Das Steuern eines Wagens versinnbildlicht das Maß an Kontrolle, das das Ich über den eigenen Lebensweg und die treibenden Antriebe zu haben glaubt. Bremsversagen, fehlende Kontrolle oder ein fremder Fahrer können verdrängte Ohnmacht oder den Wunsch verraten, die Verantwortung abzugeben.
Orientalisch: Im morgenländischen Verständnis deutet ein gut gelenkter Wagen auf das Erreichen von Zielen, Aufstieg und einen geordneten Lebensweg hin. Ein Unfall oder ein außer Kontrolle geratenes Fahrzeug warnt hingegen vor Übereilung in einer Angelegenheit, die mehr Bedacht verlangt.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Volksglauben deutet das Lenken eines Wagens im Traum auf den Lauf des eigenen Schicksals und eine Reise oder Botschaft, die ins Haus kommt. Fährst du sicher und glatt dahin, so geht ein Vorhaben gut aus; doch bricht der Wagen oder kommst du vom Wege ab, so künden die Alten von einem unerwarteten Hindernis oder einem falschen Freund am Steuer deines Glücks. Ein fremder Lenker am Rad warnt davor, dass andere über dein Geschick verfügen wollen.
Freud: Der Kampf im Traum bildet tiefenpsychologisch einen inneren Konflikt ab: das Ringen zwischen Trieb und Verbot, oder unterdrückte Aggression, die im Wachleben kein Ventil findet. Der Gegner verkörpert häufig einen abgespaltenen, ungeliebten Teil der eigenen Person.
Orientalisch: In der Tradition Ibn Sirins kann ein Kampf, der mit Sieg endet, den Triumph über einen Widersacher oder eine Lebensschwierigkeit ankündigen. Eine Niederlage oder ein Kampf ohne Blut wird oft als Mahnung zu Geduld und als Hinweis auf bevorstehenden Streit gelesen.
Volkstümlich (Traumbuch): Das alte Traumbuch nimmt den Kampf als Vorzeichen für Streit und Hader, der bald ins Wachen tritt: Wer im Traum ficht, dem stehen Wortwechsel oder ein Zwist mit Nachbarn oder Verwandten bevor. Trägst du den Sieg davon, so behältst du auch im Leben die Oberhand und überwindest einen Widersacher. Fließt jedoch Blut, so künden die Alten von einem Verlust in der Sippe oder einer Versöhnung, die durch Opfer erkauft wird.
Freud: Das Fliegen im Traum wird in der Tiefenpsychologie oft als Ausdruck von Befreiungsdrang, Ehrgeiz und dem Wunsch gedeutet, sich über einengende Verhältnisse zu erheben. Klassisch klingt darin zugleich ein erotisch gefärbtes Hochgefühl an, ein Triumph des Ichs, der zugleich die Sehnsucht nach Loslösung und Entgrenzung verrät.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung verheißt das Fliegen häufig Aufstieg im Ansehen, das Erreichen hoher Ziele oder eine Reise, sofern es in maßvoller Höhe und mit gutem Ausgang geschieht. Ein Flug ohne Wiederkehr oder ins Ungewisse kann hingegen als Mahnung gelten, sich nicht in vermessene Hoffnungen zu verlieren.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksmund verheißt das Fliegen im Traum, dass Ehre und gutes Ansehen zu dir aufsteigen und ein Wunsch sich über alle Maßen erfüllt. Schwebst du leicht und sanft über Land und Dächer, so kündet das von Glück, Reise und einem freudigen Aufstieg in deinen Verhältnissen. Steigst du jedoch zu hoch oder stürzest plötzlich herab, so warnen die Alten vor Übermut und einem jähen Fall, der dem Hochmut folgt.
Freud: Sich im Traum zu verirren spiegelt tiefenpsychologisch eine innere Orientierungslosigkeit: das Gefühl, den eigenen Weg, ein Ziel oder einen Teil der Identität verloren zu haben. Es kann die Angst vor einer Entscheidung oder die unbewusste Suche nach dem eigenen Platz im Leben offenbaren.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung mahnt das Verirren oft zur Rückbesinnung und warnt davor, vom rechten Weg in einer Angelegenheit abzuweichen. Findet man am Ende den Weg zurück, gilt dies als Zeichen kommender Führung und Klarheit nach einer Zeit der Verwirrung.
Volkstümlich (Traumbuch): Das alte Traumbuch deutet das Verirren als Vorzeichen, dass Verwirrung und Ungewissheit ins Haus stehen: ein angefangenes Werk gerät ins Stocken, und ein Plan will sich nicht fügen. Irrst du lange im Walde oder in fremden Gassen umher, so künden die Alten von einer Zeit des Zauderns, ehe sich der rechte Weg wieder weist. Findest du am Ende heim, so verheißt es, dass sich alle Wirrnis löst und ein verlorener Faden wieder in die Hand kommt.
Freud: Der Kuss im Traum ist tiefenpsychologisch ein dichtes Symbol des Verlangens nach Nähe, Verschmelzung und Anerkennung. Wen man küsst, verrät oft, welcher unbewusste Wunsch nach Liebe oder Versöhnung im Inneren wirkt – mitunter auch verschobene Sehnsucht aus früheren Bindungen.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung verheißt ein Kuss meist das Erlangen eines Wunsches, Zuneigung oder einen Vorteil von der geküssten Person. Geschieht der Kuss aus Liebe und Reinheit, gilt er als gutes Zeichen; geschieht er aus List, mahnt er zur Vorsicht in einer Beziehung.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Volksglauben ist der Kuss im Traum ein süßes Zeichen für Treue, Freundschaft und eine frohe Nachricht, die unterwegs ist. Küsst du einen Lieben aufrichtig, so verheißt das Eintracht im Hause und das Werben um deine Gunst. Doch ist der Kuss falsch, kalt oder von einem Fremden, so warnen die Alten vor Schmeichelei und einem Verräter, der dir mit Honig auf den Lippen und Falsch im Herzen naht.
Freud: Das Rennen im Traum spiegelt oft eine innere Dringlichkeit wider, sei es das Streben nach einem ersehnten Ziel oder die Flucht vor einem Konflikt, dem man nicht ins Auge sehen will. Kommt man trotz aller Anstrengung nicht vom Fleck, kann dies die Ohnmacht gegenüber einem verdrängten Druck oder einer unlösbar erscheinenden Lage abbilden.
Orientalisch: In der traditionellen Deutung kann das Rennen auf Eile in den eigenen Angelegenheiten, das eifrige Verfolgen des Lebensunterhalts oder die Bemühung um ein Anliegen hinweisen. Läuft man zu einem guten Ort oder einer rechtschaffenen Sache hin, gilt dies als günstig, während eine kopflose Flucht vor Sorge und Bedrängnis warnen kann.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Traumbuch heißt es: Wer im Traume rennt, dem stehen unruhige Tage ins Haus, denn das Schicksal will, dass man sich sputet. Läuft man leichtfüßig dahin, so eilt eine gute Nachricht herbei; stolpert oder kommt man nicht von der Stelle, so sagt der Volksmund einen Aufschub und unverhofftes Gerede hinter dem Rücken voraus.
Freud: Das beharrliche Suchen im Traum verweist oft auf ein unerfülltes Bedürfnis, das das Bewusstsein noch nicht in Worte fassen kann – sei es nach Liebe, Sicherheit oder einem verlorenen Teil des Selbst. Der gesuchte Gegenstand ist häufig ein Stellvertreter für etwas tiefer Ersehntes, das die Seele zu bergen versucht.
Orientalisch: In der morgenländischen Tradition kündet das Suchen von einem aufrichtigen Streben, das mit Geduld zum Ziel führt – findet man das Gesuchte, verheißt es Gelingen und das Erlangen des Erstrebten. Bleibt die Suche vergeblich, mahnt sie zu Ausdauer und Vertrauen, dass die Zeit das Rechte enthüllt.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben deutet das Suchen im Traum darauf hin, dass im Wachen etwas verlorengeht oder ein Versprechen nicht gehalten wird. Findet man das Gesuchte, so verheißt es Wiedersehen und das Wiedererlangen, was man verloren glaubte; sucht man aber vergeblich, so warnt der alte Traumdeuter vor unnützer Mühe und einem Freund, der sich als wankelmütig erweist.
Freud: Das Schwimmen im Traum wird tiefenpsychologisch oft auf den Umgang mit dem Gefühlsleben bezogen, da das Wasser für das Unbewusste und die Welt der Emotionen steht. Gleitet man sicher durch die Fluten, deutet dies auf seelische Bewältigung hin, während Mühe oder die Furcht zu sinken den Kampf mit überwältigenden Gefühlen widerspiegeln kann.
Orientalisch: In der traditionellen islamischen Deutung kann das Schwimmen, besonders das Erreichen des sicheren Ufers, auf Rettung aus Schwierigkeiten und das gute Bewältigen einer Angelegenheit hinweisen. Schwimmt man hingegen in tiefem oder aufgewühltem Wasser ohne festen Grund, mag dies vor riskanten Unternehmungen oder vor dem Eintauchen in unsichere Verhältnisse warnen.
Volkstümlich (Traumbuch): Das alte Traumbuch sagt: Wer im klaren Wasser schwimmt und sicher das Ufer erreicht, dem winkt Glück, Gesundheit und das Überstehen einer schweren Zeit. Kämpft man aber gegen trübe, reißende Fluten, so deutet der Volksmund auf Widersacher und Verleumdung; und wer zu ertrinken droht, dem rät der alte Spruch, sich vor Übermut und unbedachten Geschäften zu hüten.
Freud: Ein Buch verweist auf das Bedürfnis, das eigene Leben zu lesen und zu verstehen, und kann ein verschlossenes Kapitel oder ein bewahrtes Geheimnis der Seele bezeichnen. Das Aufschlagen oder Suchen darin spiegelt oft den Wunsch nach Selbsterkenntnis und nach Antworten, die im Unbewussten verborgen liegen.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung steht das Buch für Wissen, Weisheit und das Schicksal, das einem zugemessen ist; ein Buch in der rechten Hand zu empfangen, gilt als gutes Omen für Rechtleitung und gelingende Angelegenheiten. Ein geschlossenes oder unleserliches Buch deutet auf verborgenes Wissen oder einen noch nicht offenbarten Ausgang hin.
Volkstümlich (Traumbuch): Im Volksglauben gilt ein Buch im Traum als Botschaft des Schicksals: Schlägt man es auf und liest darin, so kommt eine wichtige Nachricht oder ein Brief von ferne. Ein neues, schönes Buch verheißt Ehre und gute Kunde, ein zerrissenes oder staubiges aber kündet von vergessenen Pflichten und altem Streit, der wieder ans Licht kommt.
Freud: Brot spiegelt das elementare Verlangen nach Versorgung und Geborgenheit, oft eine Sehnsucht nach mütterlicher Nähe und der frühen Befriedigung oraler Bedürfnisse. Es kann auch den Wunsch ausdrücken, das Lebensnotwendige selbst in der Hand zu halten und sich nicht ohnmächtig ausgeliefert zu fühlen.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung gilt Brot als Zeichen von rechtschaffenem Lebensunterhalt, Segen und gesicherter Versorgung; warmes, reines Brot kündigt Wohlstand und ein gutes, gesegnetes Jahr an. Verschimmeltes oder verdorbenes Brot hingegen warnt vor Mangel oder unredlich erworbenem Gewinn.
Volkstümlich (Traumbuch): Das alte Traumbuch hält Brot für eines der besten Zeichen: Frisches, warmes Brot zu sehen oder zu essen verheißt Segen im Hause, Auskommen und einen unverhofften Gewinn. Bricht man das Brot mit anderen, so kündet es Freundschaft und Frieden; ist es aber schimmlig oder verbrannt, so warnt der Volksmund vor Mangel, Sorge und einem Gast, der nichts Gutes bringt.
Freud: Tiefenpsychologisch spiegelt das Auto den eigenen Lebensweg und die Frage, wer ihn lenkt: das bewusste Ich oder fremde Antriebe. Wer selbst am Steuer sitzt, erlebt Selbstbestimmung; Bremsversagen, Beifahrerrolle oder ein Unfall verweisen auf Kontrollverlust und ungelenkte Triebkräfte.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung weist das Fahrzeug auf Stand, Geschäft und das Vorankommen in den eigenen Angelegenheiten hin. Eine ruhige Fahrt kündet von Aufstieg und gelingender Reise, während eine Panne oder ein Unglück auf Verzögerung und Rückschlag im Vorhaben gedeutet wird.
Volkstümlich (Traumbuch): Im neueren Volkstraumbuch tritt das Auto an die Stelle von Wagen und Gespann und deutet auf den Gang der eigenen Angelegenheiten. Fährt man flott und sicher dahin, so verheißt es rasches Vorankommen und eine glückliche Reise oder Botschaft; bleibt man liegen, verfährt sich oder hat einen Zusammenstoß, so warnt der Volksmund vor Hindernissen, einem Streit unterwegs und davor, sein Glück nicht in fremde Hände zu legen.
Freud: Kleidung verkörpert die Maske, die wir der Welt zeigen, und damit das Ringen zwischen dem wahren Selbst und der Rolle, die wir spielen wollen. Sich entkleidet oder unpassend gekleidet zu sehen, verrät oft die heimliche Angst, durchschaut und in seiner Verletzlichkeit entblößt zu werden.
Orientalisch: In der orientalischen Traumdeutung spiegeln Kleider den Zustand, das Ansehen und die Frömmigkeit eines Menschen wider; neue, schöne und reine Gewänder verheißen Würde, Ehre und eine Wendung zum Guten. Zerrissene oder schmutzige Kleidung deutet auf Sorgen, beschädigten Ruf oder eine schwierige Lebensphase hin.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben deutet Kleidung im Traum auf Glück und Geltung unter den Leuten. Neue, schöne Kleider zu tragen verheißt Ehre, eine baldige frohe Nachricht oder einen Zuwachs an Ansehen; zerrissene, beschmutzte oder verlorene Kleidung aber warnt vor Verleumdung, Scham und Gerede hinter dem Rücken. Sich nackt oder falsch gekleidet zu sehen, kündet einen kleinen Verlust oder eine peinliche Bloßstellung an, die bald über einen kommt.
Freud: Gold strahlt im Traum als Sinnbild des höchst Wertvollen – jenes inneren Schatzes aus Begabung, Liebe oder Selbstwert, den die Seele hütet und zu heben sucht. Sein Glanz kann jedoch auch eine narzisstische Sehnsucht nach Bewunderung verraten oder die Angst, das Kostbare zu verlieren, was es zugleich zur Last werden lässt.
Orientalisch: In der morgenländischen Tradition gilt Gold für Männer vielfach als zwiespältiges Zeichen, das eher Sorge, Verlust oder eine drückende Verantwortung andeutet als reinen Gewinn. Für Frauen hingegen kann es Schmuck, Ehre und Freude verheißen – stets aber mahnt das Traumgold, das Anvertraute mit Bedacht und Dankbarkeit zu hüten.
Volkstümlich (Traumbuch): Der Volksmund warnt: Gold im Traum glänzt schön, doch trügt es oft. Gefundenes oder gehortetes Gold gilt vielerorts als Vorbote von Sorge, Streit ums Erbe oder falscher Freunde, die nur des Vorteils wegen kommen. Verschenktes oder verlorenes Gold dagegen löst die Sorge und kündet einen reinen Herzensgewinn an; und wer von goldenen Münzen träumt, dem sagt der alte Aberglaube baldige Tränen voraus, denn 'Gold im Schlaf bringt Tropfen am Tag'.
Freud: Tiefenpsychologisch steht der Schlüssel für den Zugang zu einem bislang verschlossenen seelischen Raum, einem verdrängten Geheimnis oder einer noch ungelebten Möglichkeit. In klassisch freudscher Lesart trägt das Bild von Schlüssel und Schloss zudem eine deutlich erotische, vereinigende Note.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung verheißt der Schlüssel Erleichterung nach Bedrängnis, das Öffnen verschlossener Türen und das Erlangen von Wissen, Amt oder Versorgung. Wer im Traum einen Schlüssel empfängt, dem wird oft Hilfe in einer schwierigen Lage und ein nahes Gelingen gedeutet.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Traumbuch ist der Schlüssel ein gutes Omen: Er verheißt, dass sich verschlossene Türen auftun, ein Geheimnis sich lüftet oder ein Glück ins Haus einkehrt. Einen Schlüssel zu finden bedeutet einen unverhofften Vorteil oder die Lösung einer drückenden Sorge; ihn aber zu verlieren oder zerbrochen zu sehen, warnt vor verpasster Gelegenheit, Zwist im Haus oder einem Streit unter Liebenden. Wer im Traum aufschließt, dem öffnet das Leben bald eine neue Tür.
Freud: Tiefenpsychologisch verweist das Messer oft auf eine durchdringende Aggression oder einen aufgestauten Trennungswunsch, der nach außen drängt. Zugleich kann seine Klinge eine innere Entscheidung verkörpern, mit der das Ich etwas Verstrickendes endgültig durchschneiden möchte.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Traumdeutung (in der Tradition Ibn Sirins) gilt das Messer häufig als Zeichen von Kraft, Schutz und eines treuen Helfers oder Dieners. Ein scharfes, sauberes Messer kündet von Recht, das man durchsetzt, während ein stumpfes oder zerbrochenes auf Schwäche im Streit hindeutet.
Volkstümlich (Traumbuch): Der Volksglaube hält das Messer im Traum für ein Zeichen des Unfriedens: Es kündet Streit, Zank und Trennung an, denn ein Messer 'schneidet die Freundschaft entzwei'. Ein blankes, scharfes Messer warnt vor einem offenen Wortwechsel oder einem hinterlistigen Feind; ein rostiges oder stumpfes vor Verdruss in der Familie. Ein Messer zu verschenken gilt seit jeher als böses Omen, das ein Band durchschneidet, drum legt man eine Münze dazu, um das Unheil abzuwenden.
Freud: Tiefenpsychologisch ist der Brief eine Botschaft aus dem Unbewussten an das wache Ich, ein verschlüsselter Inhalt, der erkannt werden will. Ein ungeöffneter oder unleserlicher Brief deutet auf eine verdrängte Wahrheit oder ein noch nicht eingestandenes Gefühl, das im Verborgenen wartet.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung verheißt der Brief Nachricht, ein Versprechen oder eine eintreffende Kunde, je nach Inhalt erfreulich oder mahnend. Ein versiegelter Brief deutet auf ein anvertrautes Geheimnis oder eine bevorstehende Verpflichtung, ein froher Brief auf gute Botschaft und Wiedersehen.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben kündet ein Brief im Traum stets Nachricht aus der Ferne an. Einen Brief zu empfangen bedeutet baldige Kunde von einem fernen Menschen, oft frohe Botschaft oder eine Einladung; ein versiegelter Brief verheißt ein Geheimnis, das einem anvertraut wird. Doch ein zerrissener, schwarz umrandeter oder unleserlicher Brief gilt als Vorzeichen schlechter Nachricht, einer Enttäuschung oder einer Trennung, und einen Brief zu verlieren warnt vor Zwist mit einem teuren Freund.
Freud: Milch berührt die früheste Erfahrung von Genährtwerden und steht für die ungetrübte Bindung an die Mutter und das kindliche Bedürfnis nach bedingungsloser Fürsorge. Im Traum kann sie eine Regression in schützende Geborgenheit oder den Wunsch nach Reinheit und einem Neuanfang andeuten.
Orientalisch: In der orientalischen Traumdeutung ist Milch ein Sinnbild für angeborene Reinheit, reinen Glauben (fitra) und reichlichen, gesegneten Erwerb; sie zu trinken verheißt Wissen, Wohlstand und ein langes Leben. Saure oder verdorbene Milch deutet hingegen auf getrübtes Glück oder einen verfälschten Gewinn hin.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Traumbuch ist Milch ein Zeichen von Segen, Gesundheit und häuslichem Glück. Frische, süße Milch zu trinken verheißt Wohlstand, eine fruchtbare Ehe und Kindersegen, und für den Bauern eine reiche Ernte; Milch zu verschütten aber bedeutet kleinen Verlust und vergebliche Mühe. Saure oder geronnene Milch warnt vor Krankheit, Missgunst oder einer getrübten Freundschaft, und wer im Traum melkt, dem sagt der alte Glaube wachsenden Wohlstand durch eigene Hände Arbeit voraus.
Freud: Tiefenpsychologisch konfrontiert der Spiegel den Träumenden mit dem eigenen Selbstbild und der Spannung zwischen Ideal-Ich und realer Person. Ein verzerrtes, trübes oder fremdes Spiegelbild verrät narzisstische Unsicherheit oder einen verleugneten Anteil, der ans Licht drängt.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung steht der Spiegel oft für den Zustand des eigenen Inneren, für Ansehen sowie für Ehefrau, Kind oder eine Veränderung der Lebenslage. Ein klares Bild verheißt Klarheit und guten Ruf, ein zerbrochener Spiegel hingegen Trennung, Krankheit oder einen Wandel des Geschicks.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben ist der Spiegel im Traum ein Warnzeichen: Wer hineinblickt, dem stehen Falschheit und Verleumdung im Wachen bevor, denn der Spiegel zeigt das doppelte Gesicht der Menschen. Zerbricht er, so kündet das nach überliefertem Aberglauben Unglück, einen Trauerfall oder sieben magere Jahre an. Ein klares, ruhiges Spiegelbild dagegen verheißt, dass eine verborgene Wahrheit bald ans Licht kommt.
Freud: Geld im Traum trägt selten nur seinen Marktwert; es verkörpert oft das Gefühl des eigenen Wertes, gebundene Lebensenergie oder das ängstliche Ringen um Anerkennung. Verlorenes Geld kann einen befürchteten Verlust an Geltung spiegeln, gefundenes hingegen einen verborgenen Wunsch nach Fülle und Selbstbestätigung.
Orientalisch: In der morgenländischen Deutung ist Geld vielschichtig: gemünztes Geld kann auf Sorgen, Streit oder zu lösende Worte hindeuten, während es zugleich Versorgung und Erwerb verheißen mag. Empfangenes Geld wird oft als nahende Hilfe oder als anvertraute Verantwortung gelesen, die getreulich zu tragen ist.
Volkstümlich (Traumbuch): Im Volksmund heißt es seit jeher, Geld im Traum bedeute das Gegenteil: Wer Geld findet, dem drohen im Wachen kleine Verluste oder Ärger, wer welches verliert, der darf unverhofften Segen erwarten. Münzen, die klingen, künden Tränen oder Zank an, während Papiergeld lose Reden und flüchtige Versprechen bedeutet. Geschenktes Geld aber gilt als gutes Vorzeichen für Freundschaft und Hilfe in der Not.
Freud: Tiefenpsychologisch verkörpert das Telefon den Wunsch nach Verbindung zu einer abwesenden, vielleicht innerlich vermissten Person und die Sehnsucht, gehört zu werden. Ein nicht endendes Klingeln, eine gestörte Leitung oder das Nicht-Abnehmen-Können spiegeln eine blockierte Botschaft zwischen Bewusstem und Unbewusstem.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung kündet das Telefon von Nachricht und Kunde, von einer Verbindung zu Fernen und einem bald eintreffenden Wort. Ein klares Gespräch verheißt gute Botschaft und Versöhnung, eine abgebrochene oder störende Verbindung dagegen Missverständnis oder ausbleibende Antwort.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach volkstümlicher Deutung ist das Telefon im Traum ein Bote: Sein Klingeln kündigt eine Nachricht an, die schon unterwegs ist, oft von einem, an den man eben noch gedacht hat. Wer nicht abnehmen kann oder eine tote Leitung hört, dem stehen nach altem Glauben ein Zerwürfnis oder eine versäumte Gelegenheit bevor. Ein klares Gespräch dagegen verheißt eine baldige Versöhnung und gute Kunde aus der Ferne.
Freud: Der Ring als geschlossener Kreis versinnbildlicht Bindung, Ganzheit und das Versprechen einer dauerhaften Vereinigung, oft mit deutlich erotischer Färbung. Ein verlorener oder zerbrochener Ring kann die unbewusste Angst vor Trennung oder den verdrängten Wunsch nach Freiheit von einer bindenden Beziehung offenbaren.
Orientalisch: In der morgenländischen Deutung verheißt ein Ring häufig Macht, ein Amt oder den Gewinn dessen, was man sich ersehnt – mitunter Heirat oder einen treuen Bund. Zerbricht der Ring oder geht er verloren, so deutet dies auf das Schwinden von Ansehen oder das Auflösen eines Versprechens, dem man nachtrauert.
Volkstümlich (Traumbuch): Der Ring gilt im Volksglauben als Sinnbild des Wortes, das man gegeben hat: Ihn im Traum zu tragen verheißt Treue, ein festes Versprechen oder eine baldige Verlobung. Verliert man ihn oder zerbricht er, so deutet der Aberglaube auf Streit unter Liebenden, gebrochene Treue oder das Ende eines Bundes. Einen geschenkten Ring zu empfangen aber kündet eine glückliche Verbindung und beständige Freundschaft an.
Freud: Schuhe verkörpern die Haltung, mit der man durchs Leben geht, und die Bereitschaft, einen eigenen Weg einzuschlagen; neue Schuhe können den Aufbruch in eine ungewohnte Rolle spiegeln. In der Tiefenpsychologie tragen sie zuweilen auch eine verhüllte erotische Bedeutung als Symbol für Begehren und Vereinigung.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung stehen Schuhe häufig für Reisen, für die Ehefrau oder den Lebenspartner sowie für den Stand, der einen trägt; neue, passende Schuhe verheißen eine gute Verbindung oder einen gelingenden Aufbruch. Der Verlust eines Schuhs warnt vor Trennung, Verlust oder dem Scheitern eines Vorhabens.
Volkstümlich (Traumbuch): Schuhe gelten im Volksmund als Wegzeichen: Neue Schuhe im Traum künden eine Reise, einen Aufbruch oder eine glückliche Wendung im Lebensweg an. Drücken sie, sind sie zu eng oder gehen sie verloren, so warnt der alte Glaube vor Mühsal, Verdruss oder falschen Wegen. Ein einzelner Schuh aber gilt als schlechtes Vorzeichen für Trennung, denn was paarweise gehört, soll nicht vereinzelt sein.
Freud: Das Haus gilt als das umfassendste Sinnbild des Selbst: Seine Räume entsprechen den Schichten der Seele, vom hellen Wohnzimmer des Bewussten bis zum Keller des Verdrängten. Wie es um das Haus bestellt ist, spiegelt den inneren Zustand wider, und das Erkunden unbekannter Zimmer deutet auf verborgene Anteile der eigenen Person.
Orientalisch: In der orientalischen Traumdeutung steht das Haus für den Lebensstand, die Familie und die Geborgenheit eines Menschen, mitunter auch für die Ehefrau oder den eigenen Körper; ein geräumiges, helles Haus verheißt Sicherheit, Segen und Wohlergehen. Ein verfallenes oder einstürzendes Haus warnt hingegen vor Sorgen, Verlust oder Erschütterung der häuslichen Ordnung.
Volkstümlich (Traumbuch): Das Haus gilt im Volksglauben als Spiegel des eigenen Geschicks und der Familie: Ein helles, festes Haus im Traum verheißt Sicherheit, Wohlstand und Eintracht unter den Seinen. Ein neues Haus zu bauen oder zu betreten kündet eine Wendung zum Guten an, während ein brennendes, einstürzendes oder verlassenes Haus nach altem Aberglauben vor Krankheit, Zwist oder Verlust im Hause warnt. Eine offene Tür bedeutet Gäste und gute Botschaft, eine verschlossene aber heimliche Sorge.
Freud: Die rituelle Waschung im Traum kann den tiefen Wunsch ausdrücken, sich von Schuldgefühlen, Scham oder verdrängten Regungen zu befreien und seelisch neu zu beginnen. Sie spiegelt oft das Bedürfnis nach Reinheit und Wiedergutmachung, in dem das Gewissen nach Entlastung und einem reinen Gewissen strebt.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Tradition gilt die rituelle Waschung im Traum als Zeichen für Reue, die Vergebung von Sünden und die Befreiung von Sorgen. Nach Ibn Sirin verheißt sie – besonders wenn sie vollständig vollzogen wird – die Erfüllung von Wünschen, Genesung und einen gesegneten Neubeginn der Angelegenheiten.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Volkstraumbuch gilt das Waschen als ein Zeichen kommender Wendung: Wer sich im Traum mit klarem Wasser wäscht, dem steht baldige Befreiung von Sorge, Verleumdung oder Streit bevor, und ein Übel wird von ihm abgewaschen wie Staub vom Tuch. Trübes oder kaltes Wasser jedoch warnt vor falschen Freunden und vor Gerede, das hinter dem Rücken umgeht. Wäschst du dir die Hände, so löst du dich von einer Schuld oder einer lästigen Verpflichtung.
Freud: Ein Engel im Traum kann eine idealisierte Schutzfigur verkörpern, in der sich die kindliche Sehnsucht nach einem allgütigen, beschützenden Gegenüber fortsetzt. Er spiegelt oft den verdrängten Wunsch nach Reinheit, Trost und einer Stimme, die das eigene Gute bestätigt – ein Bote des besseren Selbst.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Tradition ist der Anblick eines Engels im Traum ein überaus gutes Zeichen: Er kündigt frohe Botschaft, göttlichen Beistand und Schutz vor Gefahr an. Nach Ibn Sirin verheißt ein freundlicher Engel Ehre, Trost in Not und – wenn er Worte spricht – wahre Führung, die der Träumende beherzigen sollte.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben ist der Engel im Traum ein gesegnetes Vorzeichen: Er kündigt einen unverhofften Helfer im Wachen an, eine gute Botschaft, die unterwegs ist, oder den Schutz eines verstorbenen Lieben, der über dem Schläfer wacht. Spricht der Engel oder winkt er, so steht eine Geburt, eine Versöhnung oder eine glückliche Fügung bevor. Wendet er sich jedoch ab oder weint er, so mahnt das Volk zur Umkehr, ehe ein Unheil naht.
Freud: Ein heiliges Buch im Traum kann das innere Bedürfnis nach verlässlicher Ordnung und nach einer Stimme der Wahrheit symbolisieren, die das eigene Gewissen – das Über-Ich – verkörpert. Es spiegelt oft die Suche nach Sinn und nach einem festen Maßstab, an dem die Seele ihre Zweifel und Wünsche misst.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Tradition gilt der Anblick eines heiligen Buches, besonders des Korans, als überaus gesegnetes Zeichen für Rechtleitung, Wissen und ein langes, gesegnetes Leben. Wer im Traum darin liest oder es trägt, dem werden – nach Ibn Sirin – Ehre, Schutz und die Lösung seiner Angelegenheiten durch Wahrheit verheißen.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Traumbuch des Volkes verheißt ein heiliges Buch eine wichtige Nachricht oder ein Versprechen, das gehalten wird: Wer darin liest, dem wird ein Geheimnis enthüllt oder ein guter Rat zuteil, der seinen Weg lenkt. Ein aufgeschlagenes Buch kündigt Ehre und das Vertrauen angesehener Leute an; ein verschlossenes mahnt, mit einer Wahrheit noch zu warten. Fällt das Buch zu Boden, so warnt der Volksmund vor einem gebrochenen Wort.
Freud: Die Kaaba oder die Pilgerfahrt im Traum kann als Bild für ein inneres Zentrum stehen, auf das die Seele all ihre Sehnsüchte ausrichtet – ein Sinnbild der Ganzheit und des ersehnten Zieles. Sie spiegelt oft den tiefen Wunsch nach Zugehörigkeit, Heimkehr und der Auflösung innerer Zerrissenheit in einer höheren Einheit.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung verheißt die Kaaba oder die Pilgerfahrt im Traum großen Segen, die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches und einen gesegneten Wendepunkt im Leben. Nach Ibn Sirin deutet sie auf Sicherheit, Vergebung der Sünden und auf einen Menschen oder Anlass, der dem Träumenden Führung und Ehre bringt.
Volkstümlich (Traumbuch): Im Volksglauben deutet der Traum von einem fernen heiligen Ort oder einer Pilgerfahrt auf eine lang ersehnte Reise und die Erfüllung eines Herzenswunsches: Was du im Wachen kaum noch zu hoffen wagtest, kommt dir nun entgegen. Brichst du im Traum dorthin auf, so steht ein bedeutsamer Lebensabschnitt bevor, ein Aufbruch zu Glück und Heil. Kehrst du jedoch um, ehe du ankommst, so mahnt der alte Spruch, an einem begonnenen Vorhaben festzuhalten.
Freud: Licht im Traum steht oft für das Aufdämmern von Bewusstsein und Erkenntnis – jenen Moment, in dem Verdrängtes ins Wahrnehmbare tritt und Klarheit über innere Verwirrung gewinnt. Es kann die Sehnsucht nach Hoffnung, Orientierung und der Erlösung aus seelischer Dunkelheit verkörpern.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung ist Licht (nur) im Traum ein Zeichen für Rechtleitung, Wissen, Glauben und einen Ausweg aus Bedrängnis. Nach Ibn Sirin verheißt strahlendes Licht Segen, die Klärung verworrener Angelegenheiten und einen Weg, der den Träumenden aus Sorge zu Freude führt.
Volkstümlich (Traumbuch): Nach altem Volksglauben ist Licht im Traum eines der besten Vorzeichen: Ein helles Licht kündigt eine glückliche Wende, eine frohe Nachricht oder die Lösung einer verworrenen Sache an, und es heißt, ein verborgener Wunsch werde sich bald erfüllen. Ein Licht, das du selbst entzündest, verspricht einen neuen Anfang und Wohlstand im Haus. Erlischt das Licht jedoch oder flackert es schwach, so warnt der Volksmund vor einer Sorge oder vor Trennung in der Familie.
Freud: Das Beten im Traum spiegelt oft eine tiefe innere Sehnsucht nach Halt und ein Gespräch der Seele mit sich selbst, in dem unausgesprochene Wünsche und das Bedürfnis nach Vergebung Gestalt annehmen. Es kann den Wunsch ausdrücken, Kontrolle abzugeben und sich einer schützenden Instanz – einer verinnerlichten Elternfigur des Über-Ichs – anzuvertrauen.
Orientalisch: In der orientalisch-islamischen Deutung gilt das Beten im Traum als gutes Omen: Es kündigt die Erfüllung eines Anliegens, Schutz vor Sorgen und einen Weg an, der zu Rechtschaffenheit und innerem Frieden führt. Wer im Traum andächtig betet, dem werden – so die Tradition Ibn Sirins – Segen und ein gutes Ende seiner Angelegenheiten verheißen.
Volkstümlich (Traumbuch): Im alten Volkstraumbuch ist das Beten ein Zeichen, dass eine Bitte erhört wird und ein Anliegen sich zum Guten wendet: Wer im Traum betet, dem steht Trost in einer Not bevor und der Beistand verlässlicher Menschen. Betest du in einem Gotteshaus, so verheißt das Frieden im Haus und Versöhnung nach Streit. Siehst du andere beten, so naht Hilfe von unerwarteter Seite; doch ein unterbrochenes Gebet mahnt, ein begonnenes Vorhaben nicht halbfertig liegen zu lassen.