Beten
Zuletzt aktualisiert: · Pedram Dadgar
Psychologisch (Freud)
Das Beten im Traum spiegelt oft eine tiefe innere Sehnsucht nach Halt und ein Gespräch der Seele mit sich selbst, in dem unausgesprochene Wünsche und das Bedürfnis nach Vergebung Gestalt annehmen. Es kann den Wunsch ausdrücken, Kontrolle abzugeben und sich einer schützenden Instanz – einer verinnerlichten Elternfigur des Über-Ichs – anzuvertrauen.
Orientalische Deutung
In der orientalisch-islamischen Deutung gilt das Beten im Traum als gutes Omen: Es kündigt die Erfüllung eines Anliegens, Schutz vor Sorgen und einen Weg an, der zu Rechtschaffenheit und innerem Frieden führt. Wer im Traum andächtig betet, dem werden – so die Tradition Ibn Sirins – Segen und ein gutes Ende seiner Angelegenheiten verheißen.
Volkstümlich (Traumbuch)
Im alten Volkstraumbuch ist das Beten ein Zeichen, dass eine Bitte erhört wird und ein Anliegen sich zum Guten wendet: Wer im Traum betet, dem steht Trost in einer Not bevor und der Beistand verlässlicher Menschen. Betest du in einem Gotteshaus, so verheißt das Frieden im Haus und Versöhnung nach Streit. Siehst du andere beten, so naht Hilfe von unerwarteter Seite; doch ein unterbrochenes Gebet mahnt, ein begonnenes Vorhaben nicht halbfertig liegen zu lassen.
Häufige Traum-Szenarien
In einer Moschee beten
Im Traum in einer Moschee zu beten gilt als gutes Omen fuer Schutz, fuer Aufnahme in eine wohlwollende Gemeinschaft und fuer die Erfuellung eines Bedurfnisses an einem geordneten, sicheren Ort. Psychologisch zeigt der heilige Raum, dass die Seele Geborgenheit und Zugehoerigkeit sucht und ihr Anliegen in einem groesseren, tragenden Rahmen aufgehoben weiss.
Beten und weinen zugleich
Im Traum unter Traenen zu beten deutet traditionell auf aufrichtige Reue, baldige Erleichterung und das Loesen einer schweren Last des Herzens hin. Psychologisch steht das Weinen im Gebet fuer einen heilsamen Durchbruch zurueckgehaltener Gefuehle, in dem sich Anspannung loest und eine tiefe Sehnsucht endlich Ausdruck findet.
Mit anderen gemeinsam beten
Im Traum gemeinsam mit anderen zu beten gilt als gutes Zeichen fuer Eintracht, Rueckhalt durch nahestehende Menschen und ein Anliegen, das mit vereinten Kraeften gelingt. Psychologisch spiegelt das gemeinsame Gebet das Beduerfnis nach Verbundenheit und die Erfahrung, mit seinen Sorgen nicht allein zu sein, sondern getragen zu werden.
Beten, aber das Gebet nicht vollenden koennen
Im Traum zu beten, das Gebet aber nicht vollenden zu koennen, deutet auf einen unausgesprochenen Zweifel, eine ungeklaerte Schuld oder ein noch nicht reifes Anliegen hin, das innere Sammlung verlangt. Psychologisch zeigt die Unterbrechung, dass etwas im Inneren den Traeumenden festhaelt und vor der Erfuellung noch ein Hindernis aufgeloest werden will.
Spirituelles
Traumdeutung dient der Selbstreflexion und Unterhaltung – sie ist keine medizinische oder psychologische Diagnose.