Fallen

Zuletzt aktualisiert: · Pedram Dadgar

Psychologisch (Freud)

Der Sturz im Traum drückt oft das Gefühl aus, die Kontrolle zu verlieren oder den Halt im Wachleben nicht mehr zu spüren. Tiefenpsychologisch kann er einen verdrängten Wunsch nach Loslassen verbergen, der zugleich als Angst vor dem eigenen Nachgeben erlebt wird.

Orientalische Deutung

In der orientalischen Tabir wird das Fallen häufig als Hinweis auf einen Rückschlag in Stellung, Ansehen oder Vorhaben gedeutet. Aus großer Höhe ohne Schaden zu landen gilt jedoch manchen als gutes Omen, dass man eine Gefahr unversehrt übersteht.

Volkstümlich (Traumbuch)

Der Volksmund deutet das Fallen im Traum als Warnung vor einem Sturz im Leben: Hochmut oder ein zu kühnes Wagnis könnten dich Ansehen oder Stand kosten. Wer aber unverletzt aufkommt, dem verspricht die alte Deutung, dass er einen Rückschlag glücklich übersteht. Manche Alten sagten zudem, ein Fallen mit jähem Auffahren bedeute nur, dass der Körper im Schlaf wächst oder zur Ruhe findet.

Häufige Traum-Szenarien

Ins Bodenlose fallen

Der Sturz in eine endlose Tiefe verkörpert das pure Gefühl, allen Halt und jede Kontrolle verloren zu haben. Psychologisch tritt er oft in Umbruchphasen auf, in denen kein sicherer Grund mehr unter den Füßen ist. In der orientalischen Deutung warnt der tiefe Sturz vor einem Verlust an Ansehen oder Stand, mahnt aber auch, sich nicht von der Angst lähmen zu lassen.

Vom Hochhaus / Dach fallen

Ein hohes Gebäude steht oft für eine mühsam erreichte Position, ein Ziel oder den eigenen Ehrgeiz. Davon herabzustürzen spiegelt die Angst, von erreichter Höhe abzustürzen, dem Erfolg nicht gewachsen zu sein oder zu hoch hinauszuwollen. Traditionell deutet man es als drohenden Rückschlag in einem Vorhaben, dem man durch Demut und Vorsicht begegnen sollte.

Im Schlaf fallen und hochschrecken

Das plötzliche Fallen am Übergang in den Schlaf, das einen mit einem Ruck zurückreißt, ist ein vertrautes Körpererlebnis (der sogenannte Hypnagoge Ruck). Seelisch deutet es oft auf innere Anspannung, unterdrückte Wachsamkeit oder die Schwierigkeit, wirklich loszulassen. Es lädt dazu ein, im Wachen nachzuspüren, wo man sich nicht erlaubt, sicher fallen zu lassen.

Treppe hinunterfallen

Eine Treppe steht im Traum für einen schrittweisen Auf- oder Abstieg, für Entwicklung und Lebensetappen. Sie hinunterzufallen kann das Gefühl spiegeln, in einem geordneten Vorhaben den Tritt zu verlieren oder mühsam Erworbenes Stufe um Stufe einzubüßen. Traditionell mahnt es zu Achtsamkeit bei einem Übergang, den man besser bedächtig als überhastet geht.

Tod & Gefahr

Traumdeutung dient der Selbstreflexion und Unterhaltung – sie ist keine medizinische oder psychologische Diagnose.