Verfolgt werden

Zuletzt aktualisiert: · Pedram Dadgar

Psychologisch (Freud)

Verfolgt zu werden zeigt meist, dass der Träumende vor etwas davonläuft, das in ihm selbst wohnt: eine Angst, ein Trieb oder ein ungelöster Konflikt. Der Verfolger ist oft ein abgespaltener Teil des Ichs, den man nicht ansehen will und der gerade deshalb nachsetzt.

Orientalische Deutung

In der traditionellen Deutung deutet eine Verfolgung auf einen Feind, eine Sorge oder eine Bedrängnis im Wachleben hin. Gelingt die Flucht oder wendet man sich um, gilt das vielen als Zeichen, dass man Schaden abwehrt und die Oberhand behält.

Volkstümlich (Traumbuch)

Im alten Volkstraumbuch gilt das Verfolgtwerden als Vorbote von übler Nachrede: Hinter deinem Rücken wird getuschelt, und ein heimlicher Widersacher sinnt auf Schaden. Wer im Traum entkommt, dem sagt die alte Deutung, er werde der Falle und dem Gerede heil entgehen. Wird man aber eingeholt, so rät der Volksmund, in den nächsten Tagen wachsam zu sein und keinem glatten Schmeichler zu trauen.

Häufige Traum-Szenarien

Von einem Mann verfolgt

Ein unbekannter Verfolger steht oft für einen offenen Gegner, einen Druck von außen oder eine Autorität, der man sich nicht gewachsen fühlt. Psychologisch verkörpert die fremde Männergestalt häufig eine verdrängte Eigenschaft oder Forderung, die man von sich weist. Wer sich umdreht und stehenbleibt, gewinnt in der Tradition die Oberhand über die Sorge.

Von einem Tier verfolgt

Wird man von einem Tier gejagt, deutet dies in der Tradition auf einen triebhaften Feind oder eine ungezähmte Gefahr hin, deren Wesen sich am Tier ablesen lässt. Psychologisch verkörpert das Tier einen instinkthaften Impuls – Wut, Begierde, Angst –, den das Wachbewusstsein nicht anerkennen will. Die Botschaft ist, das Verdrängte zu zähmen, statt ewig davor zu fliehen.

Verfolgt, kann aber nicht weglaufen

Die gelähmten Beine, das vergebliche Rennen wie durch Sirup, zeigen ein Gefühl der Ohnmacht gegenüber einer Bedrohung, der man im Wachen nicht entkommt. Traditionell warnt dies vor einer Bedrängnis, in der eigene Kraft allein nicht ausreicht. Psychologisch spiegelt die Lähmung den inneren Konflikt: Ein Teil will fliehen, ein anderer hält fest – Auflösung kommt erst, wenn man sich der Sache stellt.

Vor dem Verfolger verstecken

Sich vor dem Verfolger zu verstecken statt zu fliehen, deutet darauf hin, dass man einer Sorge ausweicht und auf bessere Zeiten hofft, statt sie zu lösen. In der Tradition kann das gelingende Versteck eine vorübergehende Rettung bedeuten, doch die Gefahr bleibt im Verborgenen bestehen. Psychologisch zeigt es Vermeidung: Das Problem wird nicht kleiner, nur weil man die Augen schließt.

Tod & Gefahr

Traumdeutung dient der Selbstreflexion und Unterhaltung – sie ist keine medizinische oder psychologische Diagnose.